Séncja
Es gibt ja viele "Sekten", welche sich auch "Glaubensgemeinschaften" nennen, die nicht nur akzeptiert, sondern zugleich auch toleriert werden. Es sind staatlich anerkannte Religionen, zu denen man sich bekennen darf.
Welche dieser "Formationen" sind euch bekannt? Was wisst ihr darüber? Wo seht ihr die Probleme bei solchen Glaubensgemeinschaften und was könnte daran positiv sein?
Inquisition Symphony
Sekten?
Och da gibts massig!
Z.B. das Christentum als jüdische Sekte oder "Kopie" eine mesopotamischen Religion, die Church of Satan als christliche Sekte, Wicca als Naturvölkische Sekte, ect.
So gesehen gibt es nicht viele tatsächlichen Ur-Religionen.
Das ist wie mit den Charts, hat man alles irgendwo schonmal gehört.
Positives zu sagen gibt es überall das Gleiche und negativ ist es auch just the same.
Aber das habe ich schon zu oft gesagt x3
Rachsucht
Religionen, welcher Art auch immer, sind eine sehr gefährliche Sache. Hier verstecken sich gut und gern Menschen, die nur die Extreme kennen. Man nehme die christlichen Kreuzzüge, um das geheiligte Land aus den Klauen der Unwissenden zu entreißen. Oder aber die aktuellen Kreuzzüge der Muslime, die versuchen, ihren Glauben darzustellen.
Irgendwie meinte jede Religion, ihre sei die Wahre!
Dabei sind, wie Inquisition Symphonie schon richtig sagte, doch im Endeffekt ein Plagiat längst vergangener Tage (mesopothamien) sind.
Ich sollte vllt auch eine Religion auf der Sage von Alice im Wunderland gründen. -.-
ishozar
Solange es Menschen gibt, die nahezu unfähig sind, sich Meinungen zur religion zu bilden, wird es Sekten geben!
Es gillt das Angebot-Nachfrage-Prinzip :/
Gwynn
| Zitat: |
| Es gillt das Angebot-Nachfrage-Prinzip :/ |
ist doch gar nicht so übel...
religion soll menschen unterstützen, sie aufbauen, ihnen helfen wenn sie es brauchen und ihnen halt geben.
wenn es keine sekten sind die anderen oder der person selbst schaden, warum soll man sich dann nicht zumindest teilweise aussuchen, welche "religion" für sie am besten ist?
leider gibts es zu viele leute, die sekten als sprungbrett zu macht nutzen wollen, was die ganze sache schwierig macht...
Inquisition Symphony
Anstatt sich in einer Religion trost für seine Probleme zu suchen, wäre professionelle Hilfe oft besser.
Psychologen oder Freunde können meist sinnvoller weiterhelfen als geistige Führungskräfte.
Vom Buddhismus mal abgesehen. Aber das sind eh die "Kiffer" unter den Religionen.
Aussuchen kann sich jeder seine Religion wie er will.
Nur gefährlich wirds, wenn die Menschen ohne ihre Religion als Krücke nicht mehr Leben können. Weil sie einfach auf den Schutz und die Hilfe ihres Glaubens angewiesen sind.
Und wenn dann etwas gegen ihre Sekte/Religion gesagt wird, reagieren sie eben wie ein alter Mann dem man die Gehhilfe wegtreten will.
Diese Abhängigkeit von Religionen durch Hilfe und Wegweisung ist das kritisierenswerte und in meinen Augen das Problem.
Glauben, vor allem in Sekten, gibt es nur als Imperativ und das macht sie zu oft Multi-kulturell unfähig.
ishozar
| Zitat: |
| warum soll man sich dann nicht zumindest teilweise aussuchen, welche "religion" für sie am besten ist? |
| Zitat: |
| Aussuchen kann sich jeder seine Religion wie er will. |
Freie Religionszugehörigkeit ist nicht immer gewährleistet ! Es spielen doch viele Faktoren eine Rolle, ob und für welche man sich entscheidet Oo
| Zitat: |
Anstatt sich in einer Religion trost für seine Probleme zu suchen, wäre professionelle Hilfe oft besser.
Psychologen oder Freunde können meist sinnvoller weiterhelfen als geistige Führungskräfte. |
Das kommt wohl auf das Problem an.
| Zitat: |
Nur gefährlich wirds, wenn die Menschen ohne ihre Religion als Krücke nicht mehr Leben können. Weil sie einfach auf den Schutz und die Hilfe ihres Glaubens angewiesen sind.
Und wenn dann etwas gegen ihre Sekte/Religion gesagt wird, reagieren sie eben wie ein alter Mann dem man die Gehhilfe wegtreten will. |
Du setzt die Religion einer Art Sucht gleich. Das finde ich sehr gewagt ...
Inquisition Symphony
| Zitat: |
| Das kommt wohl auf das Problem an. |
Welches Problem kann man haben, dass eine Religion lösen kann und ein Seelenklempner oder Kumpel nicht?
Als Sucht würde ich es nicht bezeichnen.
Sucht ist eher ein negativer oder agressiver Ausdruck, was ich hier nicht passt.
Ich würde es eher als
emotionale Abhängigkeit bezeichnen.
Gemeint ist zwar das gleiche, nur Sucht wird bestimmt oft mißverstanden. Und es nennen mich noch mehr Leute Arschloch, wenn ich Sucht sage xD
Ne Sucht als Begriff an sich passt nicht.
Aber den interpretierten Sinn würde ich unterschreiben.
ishozar
z.B. wenn es sich um eine Weltanschauung geht. Ich weiß nicht wie ich das richtig erklären soll. Wenn ein Mensch vom Wesen her geleitet werden möchte, was aber auf einer höheren Ebene geschehen muss, dann sind Freunde oder Seelenklemptner die falsche Adresse Oo
Gwynn
naja meine großeltern sind bei den zeugen jehovas und die haben da halt ne gemeinde gefunden. das hilft ihnen halt und tut ihnen wohl gut... (naja)
manche leute finden vielleicht nur in ner religiösen gruppe oder sekte anschluss und freunde und so oder fühlen sich nur dort verstanden.
*spekulier*
ich denke, das ist nicht so, dass man ein konkretes problem hat, sondern das da einfach eine unterstützung ist, die keine ansprüche stellt und immer da ist.
nehmen ohne geben.
egal was für ein pisseliges oder großes problem es auch sein mag.
nie allein sein sozusagen.
das halt als unterschied zwischen freund und seelenklemptmer und sekte
Inquisition Symphony
Ja, es ist etwas das man aktzeptieren kann, ohne es zu hinterfragen.
Aber gegen das Problem, sprich die Ursache hilft es nicht.
Das ist nur Fassadenwischerei und stopfen von Löchern, mit Löchern.
Wenn mir die Realität nicht schmeckt, strick ich mir eine neue.
Klar dass da niemand helfen kann.
Diese Leute wollen nicht das Problem bewältigen, sondern vergessen.
Weil das Problem und die Bewältigung sind unangenehm.
Übrigens, genommen wird immer (Der allmächtige, alles sehende und alles vergebende Jehova ist auch nur im Christentum "so nett").
Es stellt sich nur die Frage: was geben und wofür?
Ich spende Geld einer geistlichen Institution und fühle mich dadurch gut, tue gutes o.ä.
Oder ich opfere meinen Göttern irgendetwas, Reis, Wasser, Neugeborene, etc.
Oder ich bete(bitte) meine Götter um etwas und dafür "zahle" ich mit.... einhalten von Regeln, Blutvergießen, predigen des einzig wahren Glaubens, einem Fest, etc.
Oder ich bezahle Geld für einen Psychologen und "unterschreibe", dass ich "verrückt" bin.
(Psychologen haben einen ihrer Zunft unangebracht schlechten Ruf.)
Was ist einfacher für das eigene Selbstbild?
Und wenn sie geleitet werden möchten, möchten sie die emotionale Abhängigkeit und die Krücke.
Dann unterschreibt das meine These.
Ich werd den Teufel tun und den Leuten ihren Glauben ausreden.
Nur finde ich immernoch keinen Grund / kein Problem, dass eines Gottes oder einer spirituellen Führung bedarf.
Ausser Langeweile.
ALL HAIL THE DARK GODS!
(Ja, ich bin unqualifiziert.)
Schlumpel
Eine ehemalige gute Freundin von mir ist bei den Zeugen Jehovas. Sie hat mir viel davon erzählt, viel gezeigt und ich bin ja so froh, dass ich damit nichts am Hut habe. Sie durfte praktisch gar nichts. Nicht trinken, nicht rauchen, nicht scharf essen, nicht in schwarz rumlaufen (was sie dann doch gemacht hat und prompt Ärger gekriegt hat), kein Sex vor der Ehe, keine Verhütung, etc. Dreimal in der Woche war sie für drei Stunden in einer Versammlung, zu Hause musste sie für die Versammlung dann Hausaufgaben machen, sprich Bibeldiskussionen zu Papier bringen und die Klinke putzen. Sie hat mir sogar erzählt, dass ihre Eltern dem Verein ihr komplettes Geld überschrieben haben; sie waren tatsächlich finanziell von denen abhängig. Komplett. Da ist mir schon übel geworden. Irgendwann konnte ich es nicht mehr mit anhören, wie toll die Zeugen sind und wie super, keine Sekte, eine Glaubensgemeinschaft, blablabla. Die Freundschaft ist dann daran zerbrochen, dass ich die ganzen Sachen gemacht habe, die sie nicht durfte und im Endeffekt waren unsere Weltbilder so verschieden, dass wir nichts mehr zu reden hatten.