Séncja
Bei diesem Thema möchte ich eigentlich nicht erfragen, wann und weshalb ihr zu Kurzschlussreaktionen getrieben worden seid, sondern eher diskutieren, in wie fern diese Reaktion "mildernd" zu bewerten ist.
Ich denke, jeder hat schon mal Bekanntschaft mit solchen Momenten gemacht: Vom einen auf den anderen Moment drehen die Sicherungen raus und man platzt! Doch in wie fern ist das personenabhängig? Kann man sagen, dass nur Menschen Kurzschlussreaktionen haben, die sowieso schon als Choleriker zu bezeichnen sind?
Sollte man eine Kurzschlussreaktion als "Ausrutscher" einer Person betrachten oder doch eher verurteilen?
Aber wann kann man sagen, dass eine Kurzschlussreaktion eintritt und ab wann ist es schon charakterbedingt?
GlamMetal
hm also choleriker nicht - aber als impulsiver vielleicht
und naja verurteilen da kommts immer auf die kurzshclussreaktion an.... also die tragweite
ob die person dann dazu neigt die leute abzustechen die in armlänge erreichbar sind ....oder ob das eher so sachen sind wie *ich setz mich jetz ins auto un bin in 1-2 stündchen bei dir (wobei letzteres is ja auch eher spontan)
mh und ...meinst du die sachen wo sich das bewußtsein komplett abschaltet un man einfach nur macht - dann find ichs nich verurteilbar.... eher...behandlungserforderlich
versteht ihr was ich meine?
Zeraphine
GlamMetal, ich verstehe sehr gut was du meinst!
Vor allem weil ich eine ganz bestimmte Situation und Person im Kopf habe ...
... aber die persönlich erlebte Geschichte lasse ich erst mal außen vor ...
Ich denke auch, dass der Begriff "Kurzschlussreaktion" negativ behaftet wäre, denn alles andere lässt sich auch anderen begriffen zuordnen, wie die genannte Spontanität.
Außerdem bin ich der Meinung, dass häufig auftretende Kurzschlussreaktionen mit einer entsprechend impulsiven, im Extremfall cholerischen Persönlichkeit zusammenhängen und oftmals wirklich behandlungerforderlich ist *glammetal zustimm*
In diesem Falle wäre es dann nicht wirklich abhängig von außenstehenden Personen, sondern Sache des Menschen, der kurzschlussreagiert ... solche Menschen suchen nämlich die Konfrontation und nehmen jeden noch so kleinen Anlass zum Auslöser!
Meiner Meinung nach liegt dies dann an einem schlecht entwickelten Selbstbewußtsein, einem darausentstehendem Profilierungsdrang und die unerbittliche Suche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung ...
Man könnte solch ein Verhalten auch mit dem psychologischen Ansatz des Modelllernens erklären.
Beispiel:
Ein Kind erlebt jahrelang die cholerischen Ausbrüche seines Vaters ... hauptsächlich gegenüber der Mutter ...
Da besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Kind diese Reaktionen lernt und später auch auslebt!
Ich persönlich neige eher nicht zu Kurzschlussreaktionen ... bis auf eine Ausnahme!
Obwohl diese auch eher nach dem Schema: Aktion <-> Reaktion ablief ...
Inquisition Symphony
Mildernd in den Augen von Justitia?
Nunja, sobald eine Person als labil eingestuft wird, wird der Angeklagte gegebenenfalls nicht mehr als voll zurechnungsfähig bezeichnet.
Dazu muss allerdings ein Psychologe ein Gutachten erstellen oder es müssen genügend Bezeugungen gesammelt werden.
Wie es dazu kommt ist ganz einfach.
Ein Mensch wird solange Stresssituationen ausgesetzt in denen er sich hilflos fühlt, bis sein Gehirn die kleine Scheibe woarauf "Im Notfall Einschlagen" steht und er ausrastet.
Eine Handlung wird einem normalerweise nach 500ms bewusst wahrgenommen (von wegen ich denke bevor ich rede, das werden lange Gespräche xP) und ich behaupte, dass das Geschehen vom Gehirn ausgeblendet wenn nicht sogar verdrängt wird und das bewusste wahrnehmen stark verzögert wird. Dadurch wird einem erst später klar, dass man gerade dem Erdkundelehrer die Karte von Sibirien in den Rachen stopft.
Wie lange es dauert bis das passiert, ist genauso individuell abhängig wie das Warum, das Wo und die Art des Kurzschlusses.
Besonders in der Prägungsphase ist das sehr hefitg.
Ich habe mal erlebt wie eine Bekannte so dermaßen fertig war, dass sie dachte sie wäre 5 Jahre alt und müsste genau jetzt in den Kindergarten.
Dass ist zwar nicht wirklich mehr als Kurzschlussreaktion zu bezeichnen aber es ist so etwas ähnliches.
Bei der Reaktion ist man nicht ausgeschaltet sondern ein anderes Programm wird hochgefahren.
Daher würde ich nicht wirklich sagen, dass die psychologische Triebfeder Geltungssucht sondern in erster Linie Angst oder eben wie Zeraphine sagte das lernen bzw. Modellernen ist.
Wobei das erlernen von impulsiven Handlungen wohl am ehesten in die charakterliche Schiene fährt. Sobald man weiss, wie man jemanden mit 1 Sache so dermaßen auf die Palme bringt, dass Teller fliegen und einem nun ca 50 Dinge spontan einfallen, die die betroffene Person in eine UFO-Abschussrampe verwandelt ist es charakterlich festgesetzt.
So meine laienhafte Meinung.