Aktive Sterbehilfe

Zeraphine
Ein ständig präsentes Diskussionsthema ... derzeit auch wieder in den Medien.

Aber was is Aktive Sterbehilfe überhaupt?
> http://de.wikipedia.org/wiki/Sterbehilfe

Rechtliches:
-> http://patiententestament.mcneubert.de/s...ve-sterbehilfe/

Voraussetzungen:
-> http://www.wdr.de/online/news/euthanasie/index.phtml


Frage:

Was denkt ihr über die aktive Sterbehilfe?
Würdet ihr der Legalisierung in Deutschland zustimmen?



Nun noch etwas zu meiner Einstellung:
Erst einmal möchte ich klar machen, dass weder die oben aufgeführten noch die folgenden Äußerungen meinerseits manipulativ auf irgendwen wirken sollen!
Sie spiegeln lediglich meine Kenntnisse und persönlichen Meinungen wider!


Ich habe mich vor einigen Jahren zum ersten Mal intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt!
An einem Tag meiner Ausbildung haben wir im Unterricht in dem Fach Ethik (glaube ich ... ) die Möglichkeit erhalten, uns einen Film über aktive Sterbehilfe anzusehen.
Wir konnten selbst entscheiden, ob wir uns diesen Film ansehen möchten oder nicht ... ich entschied mich dafür!
Dieser Film zeigte alle vorhandenen Prozesse der aS anhand des Beispiels eines unheilbar kranken Mannes!
Er litt an Lateralsklerose / Info: http://www.onmeda.de/krankheiten/amyotro...alsklerose.html
(Übrigens leidet der bekannte Physiker Stephen Hawking auch an der Lateralsklerose, jedoch entschied er sich für das Leben mit der Krankheit! Sehr großen Respekt meinerseits!)
Natürlich war dieser Film sehr ... hart und ich habe auch einige Tränen vergießen müssen, aber dieser Film hat meine Einstellung definitiv geprägt!

Folglich würde ich auch für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Deutschland stimmen!

Meiner Meinung nach wird von der Seite des Gesetzgebers in anderen Ländern alles getan um Missbrauch sprich der Beendigung eines Lebens solange noch Chance auf Heilung besteht bzw. der Tötung eines Menschen der weiterleben will (Mord) vorzubeugen.
Ich finde es gehört zum Grundrecht eines jeden Menschen, sein Leben zu beenden wenn er es absolut nicht nehr für lebenswert hält.
Sollte ich selbst mal in eine Lage kommen (Z.B Schwere unheilbare Krankheit die zwangsläufig zu einem langsamen Dahinsiechen führt bei der der Tod dann die letzte Erlösung ist, oder auch als Folge von einem Unfall Wegfall jeglicher Lebensqualität) und kann ich mich dann selbst nicht mehr aktiv aus dieser Situation befreien, würde ich wollen, dass man mir dabei hilft.
Ich habe mal eine Dokumentation gesehen in der Fälle von Leuten geschildert wurden die dann in Holland aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen haben um selbstbestimmt aus dem Leben zu gehen.
Die Angehörigen in dieser Doku hatten in allen Fällen Verständnis für den Schritt (was aber mit Sicherheit nicht selbstverständlich ist)
Bei einigen der geschilderten Fälle war es sogar tatsächlich so, das allein die Möglichkeit diesen Schritt zu gehen dazu geführt hat, das die Patienten ihr Schicksal letztendlich doch irgendwie annehmen konnten und die Krankheit dann halt bis zuletzt "durchgestanden" haben und eines natürlichen Todes gestorben sind.
Für mich wäre ebenfalls das Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und des Ausgeliefert seins das Schlimmste, ich will selbst entscheiden können.
Ich könnte mir (bei schwerer Krankheit ohne Perspektive) einen Zeitpunkt aussuchen an dem ich noch klar bei Verstand bin, mich von allem und allen verabschieden und dann gehen.



Zeraphine
Comtesse_de_Vampire
Wenn ein Mensch wirklich sterben will,sollte man ihn lassen.
Es geht ja hier nicht um Fälle wie "ich möchte jetzt mal sterbn" sondern es hängen ja wirkliche Wehleiden dran.

Ich habe vor ein paar Tagen gelesen,das eine Frau in Frankreich ein Tumor im Gesicht hat und sehr schmerzlich ihr Leben ist,wenn man es Leben nennen kann.Sie wollte auch Sterbehilfe und ging sogar bis zum Staatschef dort Sarkozy.Doch es wurde vom Gericht abgelehnt."Ich bin es, die leidet, also will auch ich entscheiden", argumentierte die dreifache Mutter.Und wenn sie in die Schweiz fahren muß wegen der Sterbehilfe.
Sie verstarb dann auch 2 Tage später ,aber wie es aussieht nicht natürlich,sondern mit Sterbehilfe.
Nun hat die Frau ihre Ruhe und ihr Leiden ein Ende.

Quelle

Wenn ich an was Unheilbarem leide und nicht mehr kann,dann will ich doch selber entscheiden was mit mir passiert.Es kann doch kein Gericht darauf pochen,mich am leben zu lassen,vorallem wenn man eh nicht helfen kann und keine Hilfe mehr gibt.
Ich würde nicht einklagen wollen das man mir Sterbehilfe gibt.Ich würde es einfach machen.
Ich finde es grausam wenn man Menschen einfach weiterleiden läßt in dem Fall.
Zeraphine
"Super" finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass Selbstmord verboten und illegal ist ...

Ich habe eine unheilbare und tödlich endende Krankheit, beantrage AS die abgelehnt wird, reagiere schmerz- und leidensbedingt mit Selbsttötung und werde dann auch noch dafür verachtet und "verurteilt" ....

Meiner Meinung nach motiviert das Verbot der AS die Tat des Selbstmordes ...


Letztlich ein Teufelskreis!
Nimbrethil
Ich kann dem nur zustimmen. Ich fand es unmöglich dass man diese Frau zum Leben "verurteilt" hat. Manche Menschen sind eben so schwer krank, dass leben für sie nur weitere Qualen bedeutet. Es gibt Menschen die wollen nicht verstehen, dass es Dinge gibt die schlimmer sind als der Tod...
Wäre ich an der Stelle dieser Frau gewesen, hätte ich mich wohl auch umgebracht (ob sie es wirklich getan hat, weiß man ja nicht genau, wie auch immer - ich hätte jedenfalls so reagiert und kann es ihr nicht verübeln, wenn sie es getan hat).
Ich bin ein absoluter Befürworter der Sterbehilfe!
materialpunk
wenn man noch selbst in der lage ist, das zu entscheiden, denke ich, soll man den "letzten wunsch" der patienten anerkennen! schwierig wird es meiner meinung nach nur, wenn betroffene person nicht mehr in der lage ist, diesen wunsch in irgenedeiner form zu äußern! soll man als familienangehöriger zum richter über leben und tod werden? in vielen fällen wird jemand, der seine eltern oder ein anderes familienmitglied dahinsiechen sieht, bestimmt sofort der tötung zustimmen, um dem leiden ein ende zu machen! aber kann man das letztendlich wirklich immer mit seinem gewissen vereinbaren? was, wenn doch noch hoffnung bestünde? die stirbt ja angeblich zuletzt!

und was, wenn jemand schon jahre im koma liegt? also wenn ich in einer solchen situation wäre über leben und tod zu entscheiden, weiß ich nicht, wie ich reagieren würde!

aber wie gesagt, in den fällen, wo der patient noch herr seiner sinne ist und sich eigenständig für die sterbehilfe entscheidet, bin ich auch dafür! denn niemand kann in den menschen hineinsehen und seine leiden nachvollziehen!
Defiler
ich bin das sehr gespalten... prinzipiell bin ich auch der meinung, das jeder mensch das recht haben sollte, sein leben zu beenden, wenn er/sie das, aus welchen gründen auch immer, möchte.
anderseits hab ich dann auch immer das bild der "selbstmordzellen" aus futurama im kopf...
maux
Ich hab da grad so ne situation wo ich mir echt denke, dass Sterbehilfe mehr als angebracht wäre... eine bekannte hat Krebs... sie wird sowieso die nächsten tage streben... ... sie hat tierische schmerzen.... die ärzte sagte: wir können sie höchstens ins koma legen und dann verhungern lassen toll!!!! als ob das schmerzloser /menschenwürdiger wäre....


maux
Zeraphine
Zitat:
Original von Defiler
ich bin das sehr gespalten... prinzipiell bin ich auch der meinung, das jeder mensch das recht haben sollte, sein leben zu beenden, wenn er/sie das, aus welchen gründen auch immer, möchte.
anderseits hab ich dann auch immer das bild der "selbstmordzellen" aus futurama im kopf...



Hm, ich habe ein winziges Problem mit deiner Formulierung ... mit dem "aus welchen Günden auch immer"!


AS sollte nicht zur Gewohnheit werden ... nach dem Motto "Mir geht's scheiße, ich will nicht mehr leben, bitte verabreiche mir den Cocktail!"

In vielen solchen Fällen sollte mit psychologischer Hilfe gearbeitet werden, aber nicht fahrlässig mit AS!
Wo würde das hinführen???

AS hat für mich absolut nicht mit Selbstmord zu, sonder vielmehrmit einem würdigen Sterbeprozess!
Kennt man die strengen Voraussetzungen der AS so besteht kein Zweifel daran, dass dies eine von allen Beteiligten wohl überegte Handlung darstllt!
Defiler
ok, die formulierung "aus welchen gründen auch immer" ist etwas salop, das ist richtig.
und das das natürlich im chaos enden würde, ist mir schon klar, deshalb auch das mit den "selbtsmordzellen"
aber heisst das jetzt, das, wenn es um "AS" geht, man grundsätzlich davon ausgeht, das der betroffene ohnehin mittelfrsitig sterben wird?
also selbst wenn das legal werden würde in deutschland, wenn ich z.B, bei nemm Autounfall beide arme und beine verliere und blind werde, dürfte ich mich auch dann nicht "einschläfern" lassen?
nur so aus interesse, hab mich da selber noch nicht intensiv damit beschäftigt.
Zeraphine
Hierein paar Informationen zu den Voraussetzungen:


Aktive Sterbehilfe wird nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen durchgeführt und diese müssen auch alle erfüllt und rechtlich überprüft sein!
Beispielsweise müssen zwei speziell ausgebildete Ärzte den Prozess der Sterbehilfe begleiten und zwar nicht nur in der Situation selbst, sondern bereits Monate vorher!

Eine weitere Voraussetzung lautet dass ein Mensch, der die aktive Sterbehilfe in Betracht zieht unter einer in jedem Fall zum Tode führenden Krankheit leiden muss!
Es gibt Menschen, die alltäglichen Tätigkeiten in keiner Art und Weise selbständig durchführen können, d.h. es kann durch diverse Behinderungen keine Kommunikation stattfinden (oder sehr begrenzt/oder nur für Nahestehende verständlich), die motorischen Fähigkeiten sind auf's Minimum herabgefahren oder der Mensch ist durch etliche Medikamente (z.B. gegen Schmerzen o.a.) maximalst sediert.
Diese Menschen werden qualvoll an ihrer Krankheit sterben, sich monatelang/jahrelang quälen und eines unmenschlichen Todes aus der Welt scheiden!

Der Mensch, der mit Hilfe eines anderen Menschen zu sterben wünscht, muss dies (in einem entsrechendem Zustand) ausdrücklich und aus freiem Willen erbeten!
Raziel
Ja, ich befuerworte aktive Sterbehilfe, doch muss ich sagen, dass ich keine Krankheit, die definitiv zum Tode fuehrt als Bedingung vorraussetzen wuerde.
Wenn ein Mensch sein Leben beenden will, denke ich nicht, dass ich das Recht dazu habe ihn/sie daran zu hindern. Was gibt mir ueberhaupt das Recht jemandem zu sagen, dass er Leben muss, auch wenn er/sie nicht mehr will?
Sollte ich mir das Recht nehmen jemandem das Recht zu nehmen mit seinem Leben/Koerper zu machen was auch immer er/sie will, beschneide ich diese Person in fuer mich elementaren Rechten.
Ich finde deshalb nicht, dass ich in einen Suizid eingreifen sollte, und wenn jemand wuenscht sein Leben zu beenden und dies nicht aus eigener Kraft tun kann, sollte man diesem Menschen dabei behilflich sein duerfen, sofern garantiert ist, dass dies der ausdrueckliche Wunsch dieser Person ist, wobei garantiert werden muss, dass es auch die Entscheidung der Person ist, die nicht durch dritte beeinflusst wurde. Das zweite Kriterium waere fuer mich, dass die Person auch geistig faehig ist solch eine Entscheidung zu treffen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist von aktiver Sterbehilfe abzusehen.
Des Weiteren denke ich, dass man einer Person auch den Zugang zu den noetigen Mitteln zum Suizid verschaffen duerfen sollte, wodurch man der Person den Suizid ermoeglicht, wohl aber nicht herbeifuehrt und somit straffrei ausgehen sollte, wenn man oder dritte keinen Einfluss auf die Entscheidung zum Suizid genommen haben.
Unter diesen Vorraussetzungen, denke ich, koennte straffreie, aktive Sterbehilfe stattfinden. Sollte man dies aber gesetzlich verbieten (oder ein Verbot aufrecht erhalten), beschneidet man fuer mich elementare Rechte jedes einzelnen.
AmatorPhasma
Quelle: 3Sat / Kulturzeit

Roger Kusch und sein Geschäftsmodell "Sterbehilfe"


Bei einer Pressekonferenz zeigt Roger Kusch eine Videoaufzeichnung über einen Fall von begleitetem Selbstmord © ap

Er gehört zu den umstrittensten Personen Deutschlands: Roger Kusch. Schon in seiner Zeit als Hamburger Justizsenator war er ein Hardliner, der aneckte und in die Schlagzeilen geriet. 2006 wurde er gefeuert. Knapp drei Jahre nach dem Rausschmiss ist aus dem Politiker ein Sterbehelfer geworden - der bekannteste Sterbehelfer der Nation.

Fünf Menschen hat Roger Kusch bislang beim Suizid begleitet. Fünf Menschen, für die das Leben angeblich keinen Sinn mehr machte, unerträglich war. Kusch betrachtet Sterbebegleitung als Dienstleistung. Eine Dienstleistung, die er sich mit 8000 Euro bezahlen lässt. Das Prozedere ist immer gleich: Mit Hilfe seines gemeinnützigen Vereins informiert er die Menschen und rührt die Werbetrommel. Als Privatmann kassiert er ab.

Rechtlich konnte Kusch bisher für sein Tun nicht belangt werden, da ihm aktive Sterbehilfe, die in Deutschland verboten ist, nicht nachgewiesen werden konnte. Doch jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Verdacht: Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Hat Kusch rezeptpflichtige Medikamente weitergegeben? Medikamente, die den Tod der Menschen verursacht haben? Nicht die einzigen Fragen, die das Geschäftsmodell "Sterbehilfe" von Roger Kusch aufwirft.

Regisseur John Zaritsky zur Sterbehilfe:
Gegenüber Kulturzeit äußerte sich John Zaritsky, Regisseur von "The Suicide Tourist". Er hielt den Tod von Craig Ewert in der Zürcher Wohnung der umstrittenen Sterbehilfeorganisation Dignitas fest. "Ich dachte, das Hilfreichste, was ich zu dieser Debatte beisteuern kann, ist, Sterbehilfe zu dokumentieren", sagt Zaritsky. "In der Schweiz, wo sie legal ist. Auf diese Weise können sich Menschen, egal welcher Meinung sie sind, ansehen, wie Craig Ewert Selbstmord begeht. Danach können sie sich ihre eigene Meinung bilden, ob Sterbehilfe eine gute oder eine schlechte Sache ist. Menschen fragen sich, wie lange ein Sterbender leiden muss, ob er leiden muss, wenn er stirbt. Kommt der Tod friedlich oder ist es gewaltsam, dramatisch, wenn jemand stirbt? Menschen tappen diesbezüglich immer noch im Dunkeln. Deshalb war es für mich als Dokumentarfilmer wichtig, so offen und ehrlich wie möglich mit meinen Zuschauern zu sein. Ich fand, sie sollen und müssen das Ereignis ganz sehen, den Tod eingeschlossen."...

MEHR...


Also grundsätzlich ist der Freitod ein Mensschenrecht für mich, jeder hat das Recht über sich
selbst bestimmen zu können. Davon abgesehen kann das sowieso niemand verhindern wenn ich
Suizid begehen möchte, dann mache ich das einfach!

Sterbehilfe kann ich Akzeptieren wenn damit KEIN Geld gemacht werden darf, wenn der Patient dies so "z.B.: Lebenserhaltung nur durch Maschinen" Verfügt hat - wenn er das nicht gemacht hat,
so hat er in meinen Augen "Pech"! denn ein anderer Mensch darf zwar behilflich sein, aber niemals
Entscheiden!

Ich persönlich würde nicht wollen, jedenfalls im Moment nicht, das mir jemand den Stecker zieht! -
aber ich kann mir auch nicht vorstellen das sich das mal ändert...
materialpunk
wurd mal eben zusammengefügt, weil das ja das gleiche thema ist!
Seschat
Tiere habens da gut... wenn die nicht mehr können, werden sie erlöst und müssen sich nicht weiter quälen.
Aber wehe nen Mensch möchte gleiches Recht wie nen Tier haben. Da schreit die Politik gleich 'Skandalös'. Mensch muss doch tapfer genug sein bis zum letzten Röcheln durchzuhalten. Und wenn er nich will, so muss er zu seinem 'Glück' eben gezwungen werden. *vogel*