Wären alle Menschen glücklich&zufrieden ...

Séncja
... würde sich dann die Welt weiterentwickeln? Würden sich bestehende Dinge verändern? Oder würde sich alles nur im Kreis drehen, weil schließlich alle Menschen zufrieden sind und keine Gründe sehen, etwas zu verändern?
These: Veränderungen können erst dann eintreffen, wenn man kritisch denkt.

Wie steht ihr zu dieser These?
Nimbrethil
Zitat:
Original von Samael
Oder würde sich alles nur im Kreis drehen, weil schließlich alle Menschen zufrieden sind und keine Gründe sehen, etwas zu verändern?


Genauso sehe ich das.
Wenn man alles hat was man braucht/haben will und damit zufrieden ist, was will man dann mehr? Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich dann nichts mehr verändern wollen würde, weil es ja sein könnte, dass ich dann nicht mehr alles hätte und folglich unzufrieden wäre.
Um sich weiterzuentwickeln braucht man immer jemanden der unzufrieden ist und danach strebt, etwas zu verbessern oder neu zu erfinden.
materialpunk
es würde doch auch langweilig werden, wenn man nix neues entdeckt! und neu- und wissbegierig ist der mensch halt von natur aus! aus langeweile resultiert dann wieder unzufriedenheit, also glaube ich, dass man nie komplett glücklich und zufrieden sein kann!

wäre das aus irgendeinem utopischen grund aber doch der fall, dass alle menschen rund und glücklich sind bedeutet das aber zwangsläufig stagnation!
Angiesheart
das erinnert mich grad an eine meiner ersten VWL Stunden als wir die Grundbedürfnisse der Menschen bzw die Maslowsche Bedürfnispyramide durch genommen haben....Und es wurde auch die Frage indirekt behandelt! Wir stellten damals fest, dass wenn der Mensch eine Sache sich erfüllt hat sich direkt wieder einen neuen Wunsch erfüllen muss... also wäre es aus psychologischer sicht gar nicht Möglich rundum glücklich zu sein und somit wird es auch immer solange es den Menschen gibt einen Fortschritt und neue Dinge geben die er "erobern", haben oder sonst was muss...dazu kommt das jeder Mensch ein Individualist ist der verschiedene bedürfnisse demnach hat, also denke ich auch das es immer Menschen gibt die etwas anderes wollen
Rachsucht
Genau so sehe ich das auch, Angiesheart.
Das merkt man schon an sich selbst, dass man immer mehr und mehr haben möchte. Der Mensch ist schließlich Perfektionist! Hier nochmal andrehen, da fest zurren.
Wenn man komplett glücklich ist, schafft man sich Probleme, um sich dessen wieder zu entledigen. Der Mensch braucht eine Aufgabe! Wenn er keine hat, schafft er sich eine!
schwarze.Ratte
Außerdem ist der Mensch machtbesessen und will immer mehr haben oder besser sein als andere. Außerdem ist der Mensch individualistisch veranlagt (nach dem Motto: ich hab x als einziges und niemand sonst kriegt davon etwas ab). Das würde dann genauso enden wie Angiesheart schon erklärt hat.
So war es auch schon im Mittelalter und in der Antike und vorher bestimmt auch schon...
AmatorPhasma
Zitat:
Original von Séncja
... würde sich dann die Welt weiterentwickeln? Würden sich bestehende Dinge verändern? Oder würde sich alles nur im Kreis drehen, weil schließlich alle Menschen zufrieden sind und keine Gründe sehen, etwas zu verändern?
These: Veränderungen können erst dann eintreffen, wenn man kritisch denkt.

Wie steht ihr zu dieser These?


Ja ich stimme dir zu.

Und wenn man mal die Gesellschaft betrachtet, bis auf ein paar Ausnahmen natürlich, müssen die meisten Menschen sehr zufrieden sein - denn sonst würden viel mehr Menschen endlich auf die Straße gehen um etwas zu verändern...

"Demokratie ist vielleicht das zurzeit beste Konzept, aber noch nicht das Ende der Fahnenstange, es muss weiter gehen - es müssen neue Ideen entwickelt und ausprobiert werden..."
von Unbekannt
Berti
Also wenn ich einen Sponsor hätte der es mir finanziert könnte ich durchaus noch 20-30 Semester oder mehr an der Uni verbringen ganz ohne Unzufriedenheit, aus Spaß am lernen oder ggf. forschen. Ganz im Sinne des Leitsatzes "Lebenslanges Lernen" der heute eh überall gilt.

Mal im Ernst:
Im großen und ganzen Scheint die These hin zu kommen, jedoch nur in unseren oder uns ähnlichen Kulturkreisen.
Es gibt einige Beispiele dafür dass der Mensch nicht unweigerlich nach diesem Unzufriedenheitsprinzip tickt. Einige Naturvölker leben (bzw. lebten) Jahrhunderte lang in Zufriedenheit und Stagnation. Daher würde ich bei Aussagen zu diesem Thema nicht unbedingt allgemeingültig im Sinne von "Der Mensch ist von Natur aus..." sprechen, sondern viel mehr wird er in allen "mordernen" Kulturen so sozialisiert.
Das ändert nichts daran dass es ohne Unzufriedenheit kaum Fortschritt geben würde. Aber unmöglich ist dieser Zustand trotzdem nicht. Darüber hinaus könnte ich mir mit viel Fantasie auch eine utopische, wahrscheinlich niemals zu erreichende Gesellschaftsordnung vorstellen in der sich Fortschritt und Zufriedenheit kombinieren ließen.
Nicht aller Fortschritt dient dazu ein Defizit aus zu gleichen. Viele Erfindungen gehen auf Zufälle zurück. Als Gedankenbeispiel: Ich gehe einer Arbeit nach die mir Spaß macht und ich bin mit ihr rundum zufrieden. Eines Tages habe ich jedoch einen spontanen Einfall wie man einen Arbeitsschritt verkürzen könnte. Das Ganze ohne dass ich gezielt 3 Wochen lang angestrengt nachdenken musste weil die Arbeit mir soo sehr stinkt, sondern einfach als Geistesblitz.
In dem Beispiel gäbe es einen Fortschritt ohne vorhergehende Unzufriedenheit. Er wäre allerdings viel langsamer und seltener, da Niemand danach streben würde gezielt danach zu suchen.
AmatorPhasma
Das wäre eine sehr interessante Sache... 20-30 Semester und ich würde neben Physik und Philosophie noch Mathematik, Biologie (Genetik), Chemie und Geologie studieren....
ishozar
Des Weiteren sollte vielleicht noch gesagt werden, dass man nur die Geschichte betrachten brauch.
Sind die größten (technischen) Weiterentwicklungen nicht in Kriegszeiten erreicht worden?
Seschat
Es liegt in der Natur des Menschen, dass er Zwanghaft in irgendeiner Art und Weise Macht ausüben muss. Wer über einem anderen Menschen steht... wer über vielen Menschen steht, wer das Sagen hat... ohne diesen inneren Zwang würde die heutige Weltwirtschaft und Weltpolitik doch vollkommen anderes aussehen.
Von daher kann ein Mensch nie zufrieden sein, wenn er unbedeutend unter vielen verweilt. Macht hebt ihn über die Masse und lässt selbige nach seiner Pfeifen und so kann er verbreiten was er sich vorstellt. DANN fühlt er sich besser, besser als alle, wird gesehen und nie vergessen. Usw. usf.