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Original von demon17
Ja Klischee ist das Stichwort. Ich liebe Klischees und werde nie verstehen, wie Menschen die sich mehr oder weniger uniform Kleiden und geben da so allergisch drauf reagieren können. |
Kommt drauf an wie man "uniform kleiden" definiert.
Sich völlig individuell zu kleiden ist eher unmöglich, solange man keinen "Haus und Hof"-Schneider hat.
Aber ich gebe zu wenn man sich anguckt, wie viele Leute sich gegenseitig kopieren und bei den gleichen Versänden bestellen etc., könnte dieser Eindruck aufkommen.
In meinem Fall gebe ich mich zumindest nicht uniform, sprich: mir sind Szene-Regeln, Verhaltenskodexe etc. völlig egal. Mein Outfit spielt schon seit längerer Zeit eine eher untergeordnete Rolle, da meine Auffassung von Individualität in den seltensten Fällen mit dem Outfit zu tun hat.
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| Original von demon17Aber egal, entweder man ist in der richtigen Stimmung für so etwas , oder nicht. |
Oder sagen wir es so: Die Geschmäcker sind verschieden.
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| Original von demon17Im übrigen synapsenpogo, würde ich Deine Kriterien für gut und schlecht mal lesen. |
Das kann ich dir gern erläutern:
Randbedingungen:
Persönlich ist mir die Form halbwegs egal, zB ob es ein festes Versmaß gibt oder nicht.
Rechtschreibung und Satzbau sollten aber schon so weit stimmen, das es sich nicht zu holprig liest.
(Andernfalls leidet die Gesamtwirkung)
Da hab ich bei dir auch nichts zu kritisieren.
Die lieben Klischees:
Natürlich steht es jedem frei jedes Klischee zu verwenden, auf dass er tritt.
Ich mache die Regeln nicht, aber ich urteile subjektiv nach subjektiven Kriterien.
Klischees sind für mich eben etwas "Farbloses".
Etwas, das eher verwässert als würzt.
Es sei denn man spielt satirisch oder ungewöhnlich kunstvoll mit ihnen.
Das konnte ich subjektiv bei deinem Gedicht nicht feststellen ... mögen andere Leute vielleicht anders sehen.
"Subtil" vs. "Explizit":
Ich schätze Subtilität, weil sie oft schwer zu lernen und umzusetzen ist.
Etwas gekonnt und kreativ anzudeuten ist schwieriger als es einfach explizit hinzuschreiben.
Wenn man zB auf Schockwirkung aus ist und diese über subtile Andeutungen zu erzeugen versteht, ist das für mich eine beeindruckendere Leistung, als einfach in den verbalen Porno-Fundus zu greifen.
Ich vergleiche das mal mit Filmgenres:
Ein guter Thriller braucht selten viel Blut besitzt dafür aber Atmosphäre.
Schockt oft mehr als sich 90 Minuten lang fliegende Körperteile anzusehen.
in Splatterfilm hingegen arbeitet eher mit Blut etc. als mit Atmosphäre.
Wenn es sich allein darauf beschränkt, ist es oft großer Schund.
Ein Splatterfilm arbeitet aber oft zusätzlich mit gewollter oder ungewollter Komik, was ihn wieder sehenswert macht, trotz der ansonsten expliziten Machart.
Ähnlich verhält es sich zB auch mit Klischees.
Ob man sie verwendet oder nicht, die Art des Umgangs ist das was zählt.
Zum Bereich der Expliziten Darstellung und Sprache:
Hier ist es ähnlich wie mit den Klischees ... die Verwendung an sich macht noch keine Kunst, sondern die Art der Verwendung.
Negativ-Beispiel:
Charlotte Roche "Feuchtgebiete".
Ein interessantes aber trotzdem überschätztes Buch.
Frau Roche legt gut los und schreibt Seitenweise Dinge, über die man sich schön ekeln kann.
Auch versucht sie das Ganze in eine Story einzubinden, der aber der "Knalleffekt" fehlt.
Das Buch hat einfach keinen Spannungsbogen.
Das führte dazu, dass ich mich irgendwann unglaublich gelangweilt habe und nicht mal mehr die Ekelpassagen sonderlich interessant fand.
Die wirkten nur noch wie "Füllstoff".
Positiv-Beispiel:
Irvine Welsh "Porno"
Ist die Fortsetzung von "Trainspotting".
Explizite Sprache und Handlungen, gute Story, glaubhafte und prima gezeichnete Charaktere.
Das Ganze passt nahtlos ineinander und wirkt zusammen bzw. eben im Ganzen.
Und DAS ist es worauf es ankommt!
Wenn man im Vergleich dazu bei Frau Roche zB die Ekelpassagen raus nimmt, bleibt eine konstruierte wie fade "Broken Home"-Story über eine dysfunktionale Familie übrig und sowas gibts gedruckt 1000-fach besser.
Allgemeine Kriterien:
Gedichte müssen mich entweder emotional oder künstlerisch ansprechen, idealer Weise natürlich in beiderlei Hinsicht.
Ein Gedicht sollte in mir also etwas auslösen, es muss sozusagen "funktionieren".
Ob ich jetzt die einmalige Wortwahl, die gekonnten Umschreibungen oder die ungewöhnlichen Metaphern bewundere, oder ob es einfach nur interessant zu lesen ist, ist dabei egal ...
Irgendwas davon sollte vorhanden sein, dass mir als Rezipient den Eindruck vermittelt, dass ich meine Zeit mit dem Gedicht nicht verschwendet habe.
Bei typischen Gruftigedichten ist es so, dass häufig die gleichen Themen, Klischees und meist auch die gleichen Metaphern bzw. eine ähnliche Wortwahl dominieren.
Der Ich-Erzähler sitzt beispielsweise in seinem dunklen "Elfenbeinturm der Einsamkeit" währen die Nacht draußen selbstredend "kohlrabenschwarz" ist und heult Sturzbäche an Tränen weil ihm die Rasierklingen ausgegangen sind. Die Welt ist schlecht, das Leben sinnlos bla bla bla.
Damit das Ganze dann ansprechend klingt, schreibt man am besten zusätzlich noch im Pseudo-Mittelalter-Stil.
Diese Gedichte sind, solange sie nach "Gruftischema F" funktionieren einfach "austauschbar" weil sie sich zu sehr ähneln, in Allem! ...
Sie mögen dem Schreiber persönlich etwas bedeuten (was auch völlig ok ist) aber sie sind allenfalls expressiv aber von außen gesehen eher marginal kreativ.
So ...
Du (und wer das hier noch lesen sollte), wird sich jetzt vielleicht denken:
"Weia ... da lehnt sich aber jemand ganz schön aus dem Fenster!"
Mag sein.
Ich behaupte auch nicht selbst gute Gedichte schreiben zu können, aber ich erkenne ein gutes Gedicht, wenn ich es lese.
Man muss ja auch keine Musik machen können um beurteilen zu können welche Band einem gefällt und welche nicht.
Gute Gedichte "wirken" eben unabhängig davon, wer sie liest.
Alles was ich hier geschrieben habe ist meine eigene, subjektive Meinung.
Andere mögen die gleichen Dinge anders bewerten, aber ich wurde ja nach meiner Auffassung gefragt.
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Original von demon17Es ist im schwarzen Bereich zumeist 100% subjektiv, da es sich meist um nicht formgebundene Gedichte handelt, also auch keine formalen Kriterien bestehen.
never surrender
demon17 |
Es steht jedem frei sich nach Regeln zu richten oder es bleiben zu lassen.
Man sollte aber bedenken, dass trotzdem jeder Mensch von außen nach eigenen Kriterien und Regeln beurteilt.