Britische Regierung will sämtlichen Datenverkehr sichern

Séncja
Während man in Deutschland noch wegen Stasi 2.0 am meckern ist, droht den britischen Netznutzern ein GAU:

Zitat:
Black Boxes sollen in den Backbone eingeklinkt werden und neben Verbindungsdaten auch die Inhalte der Kommunikation aufzeichnen. Anschließend will man die Informationen in eine große Zentrale Datenbank überführen und im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung nutzen können.

Es habe bereits erste Gespräche zwischen Vertretern des Innenministeriums und der ITK-Branche gegeben. Konkrete Ergebnisse wurden allerdings nicht bekannt. Die Kosten für das Projekt soll nach Vorstellungen von Regierungsvertretern komplett der Staat zahlen.

Quelle: winfuture.de


Mal davon abgesehen, dass eine Datensicherung in diesem Umfang nicht machbar ist (dafür bräuchte man ein Hochhaus voller Server) finde ich die Idee schon dreist. Da sollte man sich direkt mal bei einem britischen Freemail-Anbieter anmelden und Wörter, wie "London", "Bombe", "Bin Laden" und "Heathrow" in jeder E-Mail einbinden
AmatorPhasma
Sorry, aber....

VETO

Es geht schon bzw. in kürze, ich verfolge dieses Projekt schon länger!
Siehe Project Kittyhawk
Séncja
Das Projekt Kittyhawk beschreibt aber in Kürze, mit welcher Hardware-Leistung man ein starkes Ergebnis erzielen kann, um Web-Applications zum laufen zu bekommen. Das ist soweit ja schön und recht interessant, doch das ganze Web kann dennoch nicht auf einer zentralen Systemumgebung gebunden werden. Ich sehe da große Gefahr, da man per Software einen allgemeinen Zugang legen müsst. Der Server-Timeout bei Zugriffen (Disconnect bei X Zugriffen in 10 Sekunden) müsste fast gänzlich deaktiviert wird werden, was die Gefahr einer Bruteforce-Attacke fördert. Und mal ehrlich: Welcher IT'ler geht dieses Risiko noch ein?

Sicherlich ist die Hardware-Performance ziemlich beeindruckend, doch sehe ich enthafte Probleme bei der Datenbankverwaltung, diese softwareseitig wirklich effizient umzusetzen. Wir reden hier nicht von Datenpaketen in Höhe von 1GB, was bei Datenbanken schon heftig ist, sondern wirklich von Datenpaketen von mindestens 100TB jährlich. Selbst bei Großprojekten gibt es nach 1GB Verzögerungen bei den Datenbankabfragen, da die Datenmenge die Zugriffszeit in die Knie zwingt. Wenn das System nun 2 Jahre laufen würde - und selbst wenn man monatliche Archivierungsarbeit leisten und die Daten trennen würde -, so hätte man ein Datenvolumen zusammen, welches zwangsläufig die gesamte Leitungen überlasten würde.

Gemessen an der Hardware gibt es durch die Quantität eine geregelte Alternative, doch die softwareseitige Koordination mit den Grenzen der Connections zu Datenbanken, Servern und Clienten zu koppeln funktioniert (meiner Meinung nach) mit dem heutigen Stand der Technik nicht. Zumindest nicht, wenn man wirklich alle Daten sichern möchte, die durch "staatlich gebundene Netzwerk" fliessen.
AmatorPhasma
Ja das stimmt, ich hatte zu sehr die Hardwareseite im Sinn...

Ich werde mir nochmal die Daten des LHC-Projektes durchlesen die nutzen ein GRID um das Datenvolumen von 15PB/Jährlich zu Speichern und um es Auszuwerten - wobei diese Auswertung noch etwas komplexer ist als die Daten aus dem Internet (die nutzen eine Terradata DB soweit es mir bekannt ist)....