Rachsucht
Ebenfalls dieses Thema wurde auf dem Stammtisch angeschnitten.
In der heutigen Zeit gibt es viele, verschiedene Möglichkeiten, sich über gewisse Dinge zu informieren. Fernsehen, Radio, Internet aber natürlich auch die Printmedien.
Hier wird über aktuelles und historisches mehr oder minder detailliert berichtet.
Wie sieht es nun mit der Objektivität aus? Ist das, was ihr da seht/lest wirklich das, was der "Wahrheit" entspricht? Können Medien überhaupt objektiv berichten?
Berti
Immer wenn etwas von Menschen gemacht ist, ist es auch zum Teil subjektiv. Doch denke ich dass die Medien dies nur allzu oft als angenehme Ausrede nutzen um sich nichtmal um Objektivität zu bemühen.
Daher benutze ich je nach Möglichkeit verschiedene Medien um mich zu informieren. Wenn jede Quelle ihre Schwerpunkte zu einem Thema geringfügig anders setzt, kann man sich einen einigermaßen guten Überblick verschaffen indem man möglichst viele und verschiedene Quellen zu einem Thema heran zieht. Besonders Hilfreich ist es dabei, wenn man die Quellen auch noch einigermaßen einordnen kann. Also zB. weiss dass dieses Blatt eher Liberal eingestellt und jenes eher Konservativ ist.
Auch ist dieses ein Punkt an dem ich wieder eine Lanze für die öffentlich Rechtlichen Sender brechen will. Heutzutage kaufen leider sehr sehr viele verschiedene Medien ihre Nachrichten bei ein und der selben Agentur, da dies einfach kostengünstiger und weniger kompliziert ist als selbst überall Korrespondenten vor Ort zu haben. Diesen Luxus eines eigenen Korrespondentennetzes leisten sich die öffentlich Rechtlichen allerdings. Dadurch kriegen sie einen "eigenen" Blick auf die Geschehnisse da draussen in der Welt, statt nur von einem Newsticker der DPA ab zu spicken.
AmatorPhasma
"Nun ja", den traditionellen Medien (Fernseh- und Zeitung) spreche nur bis zu einem gewissen Grad und abhängig vom Thema Objektivität zu. Allerdings ist ein Zuschauer der sich wirklich Informieren möchte selbst angehalten die Informationen zu verifizieren in dem er verschiedene Quellen nutzt..
z.B.: Iraq-Krieg: so halte ich dank dem Internet Kontakt zu ein paar Menschen aus der Region, weil mich das schon interessiert, vor allem deren Sichtweise, das diese auch nur Subjektive ist, ist klar aber es ergibt sich für mich doch ein größeres und ausdifferenzierteres Gesamtbild....
Informationen und Wissen fallen nicht vom Himmel, sie müssen mühsam gesammelt und ausgewertet werden... zu Behaupten das wäre einfach und nicht Zeitaufwendig ist schlicht falsch... und da die Medien besonders die traditionellen auf Massen angweisen sind damit sie wirtschaftlich arbeiten können, um überhaupt ihren - z.B.: Sendeplatz - zu behalten, werden sie auch immer nur auf Massen zugeschnitten sein und nicht all zu tief in die Materie eingehend sein!
Bei einer Sendung wie Nano auf 3Sat (Naturwissenschaftliches Magazin) sehe ich die Objektivität noch ehr, aber auch die haben nicht die Zeit wirklich auf alle Aspekte eines Themas einzugehen und können nur etwas mehr als Schlagzeilen bringen... den Rest muss man selbst finden / lernen und auswerten...
Ich wünschte mir nur ein extra Schulfach: "Medienkompetenz", die geht leider unter...
damit Menschen lernen wie sie mit Informationen umgehen müssen...
"Die Dichtung ist verpflichtet sich nach den Möglichkeiten zu richten, die Wahrheit nicht."
mondfeuer
Niemand kann objektiv berichten. Selbst wenn mehrere Personen ein und dieselbe Szene sehen, sieht jeder etwas anderes. Das kommt daher, das wir alles auf Grund unserer Erfahrungen, Weltanschauungen usw. verarbeiten.
Es gibt dazu viele Experimente. Z.B. mehrere Personen sehen einen Film wo ein Mann mit einer Frau streitet. Nachher hat man die Leute gefragt z.B. nach der Farbe des Mantels, oder was genau gesprochen wurde.
Keiner der Beobachter hatten eine 100%ige Übereinstimmung. Die meisten unteschieden sich gravierend. Nach solchen Experimenten ist ja auch der Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Augenzeugen bei Gericht aufgekommen. Zumal sich diese Aussagen immer weiter unterschieden je weiter das Ereignis ( der Film) in der Vergangenheit lag.
Man kann Beobachter trainieren. Die können so 90% Übereinstimmung erreichen. Aber trotz allem bleibt eine subjektive Variable bestehen. Die bekommt man nicht weg.
Ich denke, es ist immer am besten sich mehrere Meinungen einzuholen, diese miteinander zu vergleichen und dann für sich selbst zu entscheiden was man nun glauben möchte oder was nicht. Denn selbst was wir an "objektiver" Berichterstattung aufnehmen würden ist subjektiv
InMyWinter
medien könnten sehr wohl objektiv sein, jedoch müßten die sich auf keine bildberichterstattung beschränken, den das was die kamera aufnimmt ist zunächst erstmal objektiv *wir reden jetzt nicht von manipulierten aufnahmen*. die umsetzung und interpretation liegt nun einzig und allein beim betrachter.
berichterstattung mit sprache kann nur dann objektiv sein, wenn das gesehene in worte gekleidet wiedergegeben wird.
dies sind aber alles nur traumvorstellungen, denn jeder bericht, der mehr als die handlung schildert und vor allem "hintergrundinfos" bietet ist subjektiv, was jedoch nicht ausschließt, dass er wahr ist. je mehr wir in der zeit zurückgehen, desto subjektiver werden die informationen, was logischweise daran liegt, dass es keine objektiven abbilder der zeit mehr gibt.
auch wenn ich das trauriger weise sagen muß, so sind bücher über historische ereignisse nicht besser als das fernsehen, was einfach daran liegt, dass jedes dieser bücher zu 2/3 nur eine zusammenfassung anderer quellen ist, die größtenteils ebenso sekundärquellen sind.
mondfeuer
| Zitat: |
Original von InMyWinter
medien könnten sehr wohl objektiv sein,..........den das was die kamera aufnimmt ist zunächst erstmal objektiv ........berichterstattung mit sprache kann nur dann objektiv sein, wenn das gesehene in worte gekleidet wiedergegeben wird. |
Auch dann ist Berichterstattung nicht objektiv. Denn, es gibt den Kameramann (oder wen auch immer) der auswählt welche Szene er filmt und welche Ausschnitte einer Szene.
Dann gibt es noch jemand der das Ganze in Mundgerechte Häppchen zusammen schneidet.
Alleine schon die Auswahl von dem was aufgenommen wird ist subjektiv. Wir treffen Entscheidungen, was an dem Geschehen wichtig ist um dieses aufzunehmen. Sobald dies passiert, ist das Ganze wieder abhängig von dem Betrachter und dessen Vorerfahrungen, Meinungen usw.
Auch jemand der das gesehene in Worte kleidet während Bilder gezeigt werden, oder ein Film läuft muss eine Auswahl treffen von dem was er beschreibt. Man kann nie und nimmer alles beschreiben.
Also haben wir erst den Kameramann, dann evtl. den Zuschneider und den Berichterstatter die allesamt irgendwo eine Subjektive Variable mit rein bringen.
*gg* Sowas lernt man z.B. in einem Semester in Allgmeine Psychologie II

Wobei ich wetter das selbst das subjektiv ist
InMyWinter
also wissenschaftlich gesehen ist objektivität die unabhängigkeit einer beschreibung vom beschreibenden. das bedeutet nichts anderes, als das ein ereignis, egal von wem betrachtet, sich immer als das gleiche darstellen muß. wir akzeptieren zunächst, dass es diesen zustand überhaupt gibt, sonst können wir uns diese diskussion ja eh schenken.
| Zitat: |
| Auch dann ist Berichterstattung nicht objektiv. Denn, es gibt den Kameramann (oder wen auch immer) der auswählt welche Szene er filmt und welche Ausschnitte einer Szene. |
das sehe ich nicht so, denn die szene hat nichts mit subjektivität zu tun. die wirkung der auswahl auf den zuschauer ist subjektiv, jedoch das gezeigte selbst nicht, sonst wäre jede ablaufende handlung immer subjektiv.
egal welchen ausschnitt der kameramann aufnimmt, das dargestellte bleibt wahr und unverfälscht. bsp. ein panzer fährt über ein haus, in dem eine familie lebt. die kameraposition, sowie der ausschnitt ändert nichts an der objektivität, denn das aufgenommene, die information, ist durch keine menschliche handlung gefiltert.
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| Dann gibt es noch jemand der das Ganze in Mundgerechte Häppchen zusammen schneidet. Alleine schon die Auswahl von dem was aufgenommen wird ist subjektiv. |
das ist zwar richtig, die auswahl ist subjektiv, das gezeigte selbst, also die reine information, bleibt aber objektiv. die informationsaufnahme und verarbeitung, sowie der umgang mit der information ist zwar subjektiv, jedoch bleibt die information selbst davon unberührt.
Rachsucht
| Zitat: |
Original von InMyWinter
ein panzer fährt über ein haus, in dem eine familie lebt. die kameraposition, sowie der ausschnitt ändert nichts an der objektivität, denn das aufgenommene, die information, ist durch keine menschliche handlung gefiltert. |
Auch hier bleibt subjektivität, wie ich finde.
Stell dir vor, das Haus symbolisiert das Böse. Bsp: Eine Kommandozentrale einer faschistischen Terrorzentrale
Die Kamera kann nicht überall sein. Und darum fällt man die Entscheidung, entweder den Panzer zu filmen oder die schreienden Faschos.
Entweder ist der Panzer der Gute oder der Böse.
Solange Menschen die Finger im Spiel haben, ist die Information nicht objektiv.
InMyWinter
| Zitat: |
| Die Kamera kann nicht überall sein. Und darum fällt man die Entscheidung, entweder den Panzer zu filmen oder die schreienden Faschos. |
das würde jedoch heißen, dass die objektivität zunimmt, mehr mehr kameras aufgestellt werden, was aber nicht so ist, da die szenerie immer die gleiche ist.
Der sanfte Dunkle
Meiner Meinung nach wird bei der ganzen bisherigen Diskussion der gesamte gesellschaftliche Hintergrund außer Acht gelassen. Es wird immer nur über den Kameramann bzw.über den Berichterstatter und deren Objektivität oder Subjektivität diskutiert, anstatt zu hinterfragen, wem diese beiden ihren Bericht liefern. Sind es die öffentlich-rechtlichen Anstalten, dann werden die Berichte parteipolitisch gefiltert, oder sind es die privaten, dann sind in deren Augen die Berichte nur dann etwas wert, wenn sie sich in ihrem Programm bestens verkaufen können. Es kann mir doch keiner erzählen, daß, weder die öffentlich-rechtlichen, noch die privaten Fernsehsender oder Medien, Mitarbeiter beschäftigen, oder in Krisengebiete schicken, wenn sie Wahrheiten aufdecken würden, die gegen den Strich der Meinungsmacher (sprich Vorstände der Medien) sind. Dann sind die nämlich ganz schnell wieder draußen, so schnell können die gar nicht gucken und deren Beiträge werden gar nicht erst gesendet, oder wandern in den Papierkorb. Und was nicht ins herrschende Meinungsbild paßt, wird passend gemacht, da gibt es Beispiele genug. Die Journalisten, die in die ganze Welt ausschwärmen um dem staunenden deutschen Michel die Welt zu erklären, haben sich samt und sonders, wie jeder andere Arbeitnehmer gezwungenermaßen auch, ihrem Arbeitgeber verschrieben. Nicht umsonst gilt der Spruch *Wes Brot ich eß, des Lied ich sing* oder *der Hund schnappt nicht nach der Hand, die ihn füttert". Und dafür werden die ja auch besonders gut bezahlt.