SPD noch eine Arbeiterpartei?

InMyWinter
Zitat:
Die Gewerkschaften halten sich auf Distanz zum neuen SPD-Führungsduo Müntefering/Steinmeier. Der DGB lehnt explizit eine Wahlempfehlung ab, Verbandschef Sommer gibt der Partei stattdessen Ratschläge - und die IG Metall fordert ein grundsätzliches Umdenken wegen der Finanzkrise.


Mich würde an dieser Stelle interessieren, ob ihr die SPD noch für eine Arbeiterpartei haltet, die sie ja noch hier und da sein will oder ist?

Meiner Auffassung nach ist der Zusatz "Sozial" in SPD eher fragwürdig und nicht mehr in dem Maße berechtigt, wie es einmal gewesen sein mag. Für mich stellt sich die SPD zu stark auf die Arbeitgeberseite, was natürlich damit zusammenhängt, dass diese auch diejenige ist, die die Politik unterstützt und gern auch mal finanziert.
Der sanfte Dunkle
Wer inder SPD noch eine *Arbeiterpartei* sieht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.! Wobei der Begriff *Arbeiter* meiner Meinung nach nicht mehr nur die *reinen Arbeiter*, also die Menschen, die körperlich tätig sind, umfaßt, sondern es gibt ja auch die, die geistige Fließbandarbeit leisten. Dieser fallen meiner Meinung auch unter den Begriff *Arbeiter*. Das hat auch damit was zu tun, daß unsere Gesellschaft als Dienstleistungsgesellschaft immer homogener wird, daß die körperliche Arbeit immer mehr abnimmt und die geistige Arbeit immer mehr zunimmt. Die Interessen der Arbeitnehmer vetritt die SPD zunehmend weniger, als Höhepunkt der Verhöhnung der arbeitenden Menschen ist ja wohl die Agenda 2010 mit Hatz IV zu sehen. Wer so etwas als Politik betreibt und auch noch lobpreist, hat in meinen Augen den Anspruch, als Partei der Arbeiter zu gelten, verloren. Da ist es auch nur zu konsequent, wenn Politker wie Lafontaine, dieser Partei den Rücken kehren, wenn sie keine Lobbyarbeit für die Unternehmen und Banken betreiben wollen. Leider erkennen das noch viel zu wenig Wähler, denn dann hätte die SPD wohl etliche Wählerstimmen weniger als momentan.
Séncja
Der SPD ist der linke Flügel abgebrochen, der für das soziale Engagement bekannt war. Diese wechselte zur PDS (heute: Linkspartei) und erfreut sich der Stimmen, die der SPD bei den Wahlen jetzt fehlt. Arbeiterpartei? Die SPD kämpft in erster Linie darum, wieder an die Macht zu kommen und die Wirtschaft zu stabilisieren, da wir in den letzten 20 Jahren gerade da unsere Probleme hatten. Soziale Gerechtigkeit für Arbeiter muss dafür hinten anstehen, denn die Gerechtigkeit aller muss zuerst in den Vordergrund stehen. Leider kommt die SPD auch dieser Politik nicht nach.

Was man aber deutlich sagen muss: Während die CDU/CSU-Fraktion den Firmen Subventionen in den Haushalt schiebt, versucht die SPD wenigstens dieses Geld ansatzweise dem Volk zukommen zu lassen.

Es ist schade und sehr bedauerlich, dass die SPD heute den Stempel für "Hartz 4" aufgedrückt bekommt. Die CDU/CSU hatte nämlich denselben Plan und hat "Hartz 4" zusammen mit der SPD durchgebracht. Es war eine Politik beider großer Parteien, die versuchten, gemeinsam auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Leider verfälschte dieser gemeinsame Nenner die Grundidee so arg, dass es zum scheitern verurteilt war.