InMyWinter
Liebe Gemeinde,
Religion, Philosophie, Glaubensgemeinschaften waren über Jahrhunderte eine Pfeiler der Gesellschaft und sind es in vielen Ländern ja immer noch. Schaue ich aber mal in unserem Lande oder unter meinen Bekannten um, fällt mir auf, dass zwar viele getauft sind, aber nur ein ganz geringer Anteil seinen Gauben noch praktiziert. Mich würde mal interessieren an was ihr glaubt und warum.
Braucht ihr Religion als Unterstützung im Leben oder haltet ihr das alles für Quatsch? Gibt es überhaupt noch Menschen unter euch, die einer Philosophie folgen?
Ich persönlich, sollte ich mich kategorisieren wollen *in Religions- bzw. Philosophiespielarten*, würde mich wohl als einen Existenzialisten mit dem Hauch eines Laveyischen Satanisten bezeichnen (was den Laveyischen Satanismus angeht, lehne ich jedoch den Teil über Magie und Rituale ab).
Warum? Ich glaube an den Menschen und daran, dass die Welt den Gedanken und dem Willen der Menschen folgt, dass die Welt erst durch den Menschen existiert, aber keine vom Menschen gemachte Glaubenslehre das Leben selbst bestimmen sollte.
Als bessere Veranschaulichung:
„Der atheistische Existentialismus, für den ich stehe, ist zusammenhängender. Er erklärt, dass, wenn Gott nicht existiert, es mindestens ein Wesen gibt, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dass dieses Wesen der Mensch oder, wie Heidegger sagt, die menschliche Wirklichkeit ist. Was bedeutet hier, dass die Existenz der Essenz vorausgeht? Es bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert.” (Jean Paul Sartre, 'Der Existenzialismus ist ein Humanismus')
Inquisition Symphony
Religion ist für mich ein Unterhaltungswerkzeug, etwas, dass ich wie Philosophie nutzen kann, um Langeweile zu vertreiben.
Es ist mehr Hobby als Glaube oder Wissenschaft.
Ich glaube nicht direkt und praktiziere auch weder Rituale noch froßartige Glaubensakte.
Mal von den Huldigungen der Götter des Chaos oder des Gottimperators abgesehen.
Die Erforschung der Religion, der Grundzüge und der damit verbundenen Mythologie finde ich interessant. Genauso wie mich Märchen oder alte Sagen interessieren.
Oder das Lovecraft'sche System der Alten und der Äußeren Götter.
Ich setze mehr Wert auf die Erhaltung und den Aufbau des Menschen als Tier.
BlackThoughts
Ich denke, das der "Glaube" ansich schon sehr wichtig ist in der heutigen Welt. Manche Menschen brauchen das als....ich nenne es mal "geistigen Urlaub". Denn bei den ganzen Sachen, die auf einem einprasseln, braucht man auch gelegenheit, sich geistig zu entspannen. Aber dort scheiden sich bekanntlich die Geister. Jeder Mensch glaubt auf seine eigene, persönliche Art. Dabei ists unerheblich, welcher Religion sie angehören.
Habe diesbezüglich auch schon mehrfach mit Menschen gesprochen, die dem Islam angehören. War übrigens sehr interessant und aufschlussreich.
Was meine Wenigkeit angeht, ich bin gläubig. Zu meiner damaligen Zeit als Messdiener hätte nicht viel gefehlt und ich wäre Priester geworden. Aber zu der Zeit war ich mir nicht schlüssig, wie ich diese "Gedanken" zuordnen sollte. In meiner heutigen Zeit beschränkt sich bei mir das "Glauben" auf beten/meditieren. Und ich fühle mich sehr wohl dabei. Zudem ich den Gedanken ans Priestertum heute noch manchmal habe. Aber ich bin in einer Beziehung, wo dies nicht mehr möglich ist, als Priester tätig zu werden.....aber anderweitig könnte ich was machen. Und das ist eben keine einfache Entscheidung.
dunkle Grüße
BlackThoughts
AmatorPhasma
Ich halte Glauben für etwas wichtiges, jedoch in Religionen institutionalisierten Glauben für steinzeitlich, ein Überbleibsel der frühen "sozialen" Evolution des Menschen zur strukturierung von Gesellschaft... und bin der Meinung, dass wir bessere Grundlagen für eine solche entwikeln können bzw. zum teil schon haben:
| Zitat: |
| Wikipedia - siehe letzter Absatz:Die negativen Auswirkungen des Theozentrismus und des Anthropozentrismus auf menschliches und auf nichtmenschliches Leben (Tiere, Pflanzen) sowie auf die übrige unbelebte Natur können möglicherweise nur mit Hilfe einer rationalen, universellen, minimalen Ethik überwunden werden, die unteilbar ist und für alle gilt, unabhängig von Ort, Zeit, religiösen, kulturellen oder politischen Gegebenheiten. |
Mich interessiert persönlich die Frage nach Gott oder einer göttlichen Macht nicht, bzw. ich "ignoriere bzw. nehme sie als nicht zu beantworten auf", als eine jener Fragen die unser Verstand stellen kann, auf die er jedoch in vornherein weiß das er keine Antwort bekommen wird...
Außerdem lehne ich jeden Gedanken ab der die Verantwortung auf ein höheres Sein abwälzt, was leider zu viele Religionen machen... Selbst wenn Feierwille nach neusten Erkenntnissen der Neurowissenschaft nicht wirklich ist, so ist es doch am Ende das Gehrin das Lenkt und Denkt - und das Gehirn ist man selbst, ob bewusste oder unbewusste Vorgänge - Wissen, Reflektion und Erkenntnis lassen es zu uns selbst im Denken und Handeln zu überprüfen....
Wie Emanuel Kant sagte: "„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“"
Ich "glaube" das die Grundlage unseres Universum auf dem Zufall beruht der dadurch entsteht das auf Quantenebene Raum und Zeit / Ursache und Wirkung ineinander Übergehen und das traditionelle Verständnis von Kausalität keine rolle mehr spielt...
Jener ist es der wohl möglich die Einzigartigkeit eines jeden Seins ausmacht, und somit die Unvorhersehbarkeit- und Un-Vorherbestimmtheit des Ganzen begründet...
Seschat
Ich bin kein Freund von Religionen, gleich welcher Art sie sein mögen. Für mich sind Religionen ein Strohalm, an dem sich Menschen festklammern um sich diverse Ängste zu nehmen und ihrem Leben einen Sinn zu geben.
Klar, Religion hat seine guten Seiten, wenn es als Lebensphilosophie verstanden wird - Leben und leben lassen. Jeder kann frei das Glauben was er will, solange er es aus eigener überzeugung und nur für sich tut. Niemand anderen damit bedrängt, etwas aufzwingt oder gar bereit ist im Namen seiner Religion Gewalt auszuüben. Sei es physischer oder psychischer Natur. Aber welche Religion "lebt" heute schon noch danach? Es sind doch meistens nur noch Platzhirsche, die versuchen einander der lauteste zu sein.
Naja... das ist aber nicht direkt das Thema....
... ich persönlich habe mir eine eigene Lebensphilosophie aufgebaut, mit der ich mir das Sein erkläre. Ich bin glücklich und zufrieden mit den Antworten, die ich gesucht und gefunden habe. Ich glaube an keine höhere Wesenheit oder dass unser ganzes Sein von irgendeiner höheren Sphäre aus gesteuert wird und alles vorherbestimmt ist. Das ist in meinen Augen quatsch.
Jetzt jedoch ins Detail gehen, wie mein "Weltbild" ausschaut, dauert mir zu lang. Ist zuviel Schreibkram
Nur kurz gesagt ist, dass alles, das gesamte Sein auf Kreisläufen beruht. Alles ist ein ewiger Kreislauf, aus dem alles hervor geht, dahin zurück geht und als etwas neues wieder entsteht. Nichts ist endgültig. Ebenso spielt das Prinzhipt der Dualität eine große Rolle. Denn jedem Zustand ist ein Gegenpart zugeordnet, damit ein Gleichgewicht entstehen kann. Auf der "Kante" des Gleichgewichts existiert eben das, was wir als Universum kennen. Die treibende Kraft dahinter, die das Rad am laufen hält, die Waagschalen in Balance hält, das ist... nun... wie soll ich es sagen... der Äther? Ur-Essenz...? Gibt keinen Namen dafür, zumindest hab ich bisher keinen dafür gefunden. Habe es einfach nur zur Kenntnis genommen, dass nicht alles mit einem Namen begrifflich gemacht werden kann.
DeadlySarcasm
Ich glaube, naja..meinen eigenen Glauben. Irgendwie ist da einiges gemischt.
Ich glaube auf jedenfall, dass der menschliche Körper nur eine Hülle ist, wir auch ohne diese existieren, sprich für mich ist der Tod nicht das Ende sondern einfach nur ein Neubeginn.
Für mich sind Verstorbene auch nach wie vor greifbar, nicht im Sinne von "Hey, ich komm mal zum Reden zu dir rüber...." sondern ich hab das Gefühl, dass derjenige da ist, wenn ich an ihn denke ihm Briefe schreibe oder auch einfach rede.
Ich finde es schwer zu beschreiben was ich glaube, aber ich hoffe, dass man es wenigstens ein bischen verstehen kann.
Wer sich darüber mit mir unterhalten möchte möge sich gerne bei mir melden...
ishozar
Für mich finde ich es sehr schwierig zu sagen, an was ich glaube oder an was nicht.
Ich sehe mich diesbezüglich immernoch auf der Suche. Wer weiß, ob ich jemals an ein Ziel gelangen werde, wo ich sagen kann, dass meine Suche beendet sei.
Erzogen wurde ich im christlichen glauben, wurde auch konformiert. Die Geschichten um Gott, fand ich damals auch stets interessant. - Zu dieser Zeit, habe ich einfach Meinungen übernommen.
Später fing ich an, mich selber über Gegebenheiten zu informieren und entdeckte den Agnostizismus für mich.
Mittlerweile bin ich bei dem Atheismus angelangt. Der "Neue Atheismus" scheint mir am Vernünftigsten (wenn man dieses Wort, in diesem Zusammenhang überhaupt benutzen kann) zu sein.
Retroactivity!
Ich bin ein gottloser Mensch ohne Zugang zu den Gefilden des Glaubens. Ein überzeugter Heide (und damit wohl der potentielle Feind der Religion schlechthin). Der Widersacher, lasterhaft und launenhaft!
Glaube gibt Inhalt, Lebenssinn und Beschäftigung. Glaube fesigt, gibt Kraft und sozialen Zusammenhalt. Glaube spornt an zu grossen Taten und ist der Motor der Welt. Verantwortlich für Bauwerke, Musik, Literatur, Kunst und Kultur (und für Krieg und Völkermord). Glaube gibt soviel Gutes und Positives, dass ich ein wahrlich schlechter Mensch bin nicht einen Funken davon zu besitzen.
Und doch wage ich den Blick in den Sternenhimmel und auf die Welt, und setze mein Wesen in Beziehung zum grossen Ganzen. Das Ergebnis ist erschütternd und von teuflischer Qualität. Es geht mir gut in solchen Momenten.
Wie gesagt, auch ich habe Überzeugungen (eine Form des Glaubens?). Ich bin überzeugt davon, dass es besser ist den Tatsachen des Lebens ins Auge zu schauen, vernünftig zu sein und die Dinge zu sehen wie sie sind. Ohne Phantastereien und kindliches Vorstellungsgut? Pustekuchen! Mit Höllenfürst samt Forke, Huf und Horn auf dem Höllenthron inmitten des infernalischen Höllenfeuers der Welt!
Manchmal ... doch ich bete nicht!
(finsteres, hohles, in der Unendlichkeit des Alls widerhallendes Lachen)
Dark Witch
Also ich glaube an mich, an meine Familie, an meine Freunde, an Tee und seine Kanne...naja sagen wir mal eine Mischung zwischen Pantheismus, Animismus und Buddhismus, vielleicht noch eine Prise Hinduismus. Das triffts.
Kenji Icarus
Es ist bedenklich, dass von vielen Leuten Glaube mit Religion gleichgesetzt wird. Da jene jegliche Religionen ablehnen, lehnen sie es meist auch ab, an irgendetwas zu glauben. Dieser Nihilismus breitet sich aus und führt zu einem ständigen Werteverfall.
Dabei ist es nicht wichtig, an was man glaubt. Wichtig ist der Glaube selbst. Und dass man ihn nicht mit irgendeiner Religion verbindet bzw. sich dieser unterwirft.
Ich selbst glaube an eine höhere Macht, die für uns unbegreiflich ist und bleiben wird. Gott, Allah etc. sind Inkarnationen dieser Macht, eine vom Mensch geschaffene Gestalt, die diese Macht für uns verständlicher werden lässt.
Weiterhin befürworte ich die Gaia-Theorie. Diese besagt, dass der gesamte Planet ein lebender Organismus ist.
Damit lassen sich die Religionen, so unterschiedlich sie sein mögen, miteinander verbinden. Der Planet selbst könnte damit also diese höhere Macht sein, der das Leben auf seiner Oberfläche steuert und reguliert.
Myrél
Ich glaube an Gott. An dieser Stelle könnte nun das katholische Credo im großen und ganzen stehen, aber da es da doch einige ungereimtheiten drin gibt, formuliere ich es doch besser selbst:
Ich glaube daran, das es am anfang eine initialzündung gab, die aus dem NIchts das All entstehen ließ. Nicht an einem Tag, nicht an sieben...sondern in der für uns Menschen so schwer vorstellbaren langen Zeitspanne, die die Evolution dann gebraucht hat um aus staub und Wasser Leben hervorzubringen...Gott hat da den Funken geschlagen...
Und ich glaube daran, dass das Leben zu seinem göttlichen Urspung zurückkehrt. Was ich nciht glauibe ist, das eine religion den aleinigen weg zum..nennen wir es hier "heil" gepachtet hat. Mein Weg ist- auch wenns dafür oft Spott, Schimpf oder Disskusion gibt- tatsächlich der christliche, katholische. Geprägt vom 2. Vatikanischen Konzil...
wobei Glaube auch ständig Arbeit heißt. Beziehungsarbeit sozusagen...