Was macht einen Menschen aus?

Nimbrethil
Ich muss darüber momentan einen kleinen "Bericht" schreiben und mich würde mal interessieren, was ihr darüber denkt.

Was macht einen Menschen zu dem was er ist, also zu einem Menschen?
Der Geist? Was ist dann mit geistig behinderten Menschen?
Das Ich-Bewusstsein? Es gibt auch Tiere, die ein Ich-Bewusstsein besitzen, Affen zum Beispiel, aber die sind ja auch keine Menschen.
Der menschliche Körper? Was ist dann mit körperlich Behinderten, oder mit Menschen die mit fehlenden Gliedmaßen zur Welt kamen?
Die gesprochene Sprache? Es gibt auch Tiere (z.B. Papageien) denen man unsere Sprache beibringen kann.
Oder einfach nur die Tatsache, dass man menschliche Eltern hat?


Also, lasst hören, was macht, eurer Meinung nach, den Menschen zum Menschen?
Rachsucht
Leiden!
Nichts anderes.

Wie war das in Matrix? Die haben eine perfekte Welt geschaffen, aber die Menschen nahmen sie nicht an. Warum? Weil es kein LEIDEN gab.

Ebenso ist es die Fähigkeit, sich zu irren. "Irren ist menschlich"

Was gabs denn da noch für "kluge" Sprüche?

*Nach "Menschlichkeit" google*
Nachtmähr
Was einen einzelnen Menschen ausmacht wäre in meinen Augen seine Persönlichkeit.

Was die Menschen als Art ausmacht:
Zwei Arme, zwei Beine, ein Kopf, ein Gehirn, Organe, die Fähigkeit zu Sprechen, zwei Daumen (ganz wichtig), eher wenig Behaarung, kein Fell,
aufrechter Gang usw. (jedenfalls besitzt die Mehrheit diese Dinge)
DarkDesiree
Der Daumen, die Amygdala, die Stimmenbänder und das wir den Kühen die Haut abziehen um (im Lederfalle) was zum anziehen zu haben.
Ach und dann gibts da noch den cerebralen Cortex und die beiden Gehirnhälften, die über Kreuz funktionieren...Alles so Kleinigkeiten eben.
Die Fähigkeit bei einem Menschen bleiben zu können statt wie ein Tier mit jedem im Frühling hinter den Busch zu hüpfen.....Ach! *vor den kopf patsch* Ich habe n´mich vertan, ich rede ja von Frauen...sorry Jungs....
Aber im Ernst, die "Hauptbestandteile" habe ich da oben aufgezählt. Für Erweiterungen und Berichtigungen werden Vorschläge und Anfragen in Betracht gezogen, studiert und vielleicht befürwortet.
mfg Desiree
Art
Zitat:
Original von Nachtmähr
Was einen einzelnen Menschen ausmacht wäre in meinen Augen seine Persönlichkeit.

Das hätte ich spontan jetzt auch geantwortet ... aber haben Tiere nicht auch eine Persönlichkeit?
Ich muss nochmal darüber nachdenken ....
Satanael
"die perfektion des menschen, ist seine individualität..."
(myself)
Raziel
Also ist man kein Mensch, wenn man wie im Weltkrieg kein richtiges Individuum mehr darstellt (zum Teil zumindest), sondern ein kollektiv? Eine Individualitaet also (fast) nicht mehr festzustellen ist?
Ich wuerde sagen, dass man diese Frage unter mehreren Aspekten betrachten kann. Die Hauptaspekte waeren da philosophisch und biologisch, wobei das Forum ja vorgibt, dass es philosophisch zu betrachten ist, nicht biologisch.
Ich wuerde den philosophischen Standpunkt einnehmen, dass ein Mensch sich durch seine Form der Gesellschaft von den Tieren abgrenzt. Ein moderner Mensch nutzt nicht einfach was ihm mit der Umwelt gegeben ist, er passt die Umwelt nach seinen Beduerfnissen an, und veraendert dazu nicht alles nur auf eine simple Art und Weise. Diese Veraenderung koennen hoch komplexe Formen annehmen (Hausbau, Autos, Flugzeuge, der Abbau natuerlicher Ressourcen und deren Nutzung).
Fuer mich ist ein Mensch das Wesen des Wandels und zwingt Dinge gewaltsam in seine gewuenschte Form.
Ein anderes wichtiges Merkmal ist fuer mich die herrschaft ueber oder die domestizierung von anderen Tierarten. So mach sich der Mensch nahezu jede Tierart nuetzlich oder erlangt in irgendeiner Form kontrolle ueber sie (sei es durch Einsperren im Zoo oder anderweitig). Ich denke, dass wir uns darueber einige sind, dass dies eine typisch menschliche Charakteristik ist, da ich kein Tier kenne bei dem diese Kontrolle solche Formen annimmt. Das ausserste was im Tierreich zu finden ist, ist doch wohl die Kontrolle ueber Leben und Tot, oder?
Wenn man aber vom Menschen an sich spricht (ohne den Vergleich mit den Tieren), wuerde ich sagen, das ein Mensch sich selbst ausmachen muss, auch wenn er es nicht immer tut. Man muss sich selbst definieren, einen eigenen Weg finden und damit einen Platz in der Gesellschaft.
Satanael
wie kann der mensch sich selbst abgrenzen... wenn er dennoch ein teil der existenz ist...?
(passt einfach zur musik die bei mir läuft )
der mensch ist wirklich das bislang einzige bekannte wesen, welches dazu in der lage ist... eine evolution neben sich zu schaffen... bislang braucht diese evolution noch die unterstützung des menschen um zu existieren...
doch wie lange noch...?
Brannon
Meiner Meinung nach, machen eigentlich nur wenige Dinge einen Menschen aus (grob gesagt):

- Charakter: Inwiefern ein Mensch mit andren Menschen kommunizieren kann, bzw. Gruppenfähigkeit
- praktisch-logische Denken: Aus Fehlern lernen! Fehler analysieren und s besser machen
- Instinkverhalten: Unterbewusst so handeln, dass Andre evtl. draus lernen können!
Normal
Es gibt einige Philosophen, z.b. Rousseau in seinen anthropologischen Schriften, die meinen, der Mensch könne nur wissen, was der Mensch sei und damit verbunden, wie der Mensch sei, wenn der Mensch sich auf sich selbst bezieht. D.h., wenn ich über mich selbst als Mensch nachdenke, mich in mich versenke und dadurch sehe, wie ich als Mensch bin, dann kann ich eine Antwort auf die Frage geben. Das ist meines Erachtens auch ein Grund, warum es Menschen gibt, die in die Einsamkeit gehen und als Einsiedler leben, damit sie ungestört von anderen Menschen sich mit sich selbst beschäftigen können.
Andere Autoren, z. B. Gehlen definieren den Menschen als ein organisches Mängelwesen. Dieses organische Mängelwesen kann aber die Welt durch intelligentes Handeln verändern. Dadurch hat der Mensch die Möglichkeit überall auf der Welt zu leben. Somit ist ein wesentliches Merkmal des Menschen seine Handlungsfähigkeit.
Aristoteles meint, der Mensch sei dadurch bestimmt, dass er ein gesellschaftliches Wesen sei, welches nur in der Gemeinschaft wirklich lebensfähig sei.
Inwieweit ich dadurch tatsächlich die Frage beantworten kann, ist eine andere Geschichte. Ich kann nämlich anthropologische Fragen auf zweierlei Weise beantworten:
1. Ich gehe von mir als Menschen aus und suche von daher eine Antwort.
2. Oder ich gehe vom Menschen aus und suche von daher eine Antwort.
D. h., ich bin das einemal von mir als Subjekt ausgegangen. Das anderemal bin ich vom Menschen als Objekt ausgegangen.
Wie ich anthropologischen Fragen aber auch angehen mag, es gibt immer zahlreiche Antworten, welche ich finden kann. Welcher Position ich mich dann hinwende, liegt dann in meiner eigenen Vorliebe.
Berti
Was den eher praktischen Punkten noch fehlt (oder habe ich es überlesen?) ist, dass der Mensch Werkzeuge benutzt um weitere Werkzeuge her zu stellen. In der Tierwelt gibt es solches Verhalten nicht oder höchstens 1-2 Stufig. Ein Affe kann mit einem Stock (Werkzeug) an Futter in ner öffnung gelangen für die seine Finger zu dick sind etc.
Aber ein Werkzeug zu benutzen um ein besseres Werkzeug her zu stellen, mit dem wiederum ein noch besseres Werkzeug hergestellt werden kann... Solche Ketten sind soweit ich weiss in der Natur recht einmalig.

Ansonsten würde ich eher einen Kulturanthropologischen Standpunkt vertreten. Der Mensch ist ein kulturschaffendes Wesen. Während Tiere zumeist ihr ganzes Leben damit verbringen ihr Leben zu erhalten, also sich um Nahrungssuche zu kümmern, sich vor Fressfeinden zu verstecken, Paarungspartner zu finden etc., hat der Mensch es geschafft diese "Alltagsnöte" eines Tieres durch seinen Fortschritt weitestgehend aus zu schalten. Wodurch beim Menschen sehr viele Rassourcen frei geworden sind.
Die Fähigkeit zu abstraktem Denken und die Entwicklung der Sprache, haben dann dazu geführt, dass diese "freien Ressorcen" in soetwas wie "Kultur" investiert werden konnten.
Während Tiere weitestgehend (zur Selbst und Arterhaltung) pragmatisch sind, hat der Mensch den Luxus sich auch mit Dingen wie Kunst, Philosophie etc. zu befassen.

Da gibt es natürlich verschiedene Standpunkte, wie Normal schon geschrieben hat. Nach Gehlen zum Beispiel ist die Kulturschaffung auch nur ein pragmatisches Mittel um die "Mängel" des Menschen (Wir können nicht so toll riechen wie ein Hund, nicht so gut sehen wie ein Adler etc... sind in körperlichen Fähigkeiten in fast allen Punkten ziehmliches Mittelmaß) aus zu gleichen und sich eine Umwelt zu schaffen die unsere Mängel ausgleicht.

So viel erstmal als ein paar Gedanken zu dem wirklich interessanten Thema.
Seelenklinge
Zitat:
Während Tiere zumeist ihr ganzes Leben damit verbringen ihr Leben zu erhalten, also sich um Nahrungssuche zu kümmern, sich vor Fressfeinden zu verstecken, Paarungspartner zu finden etc., hat der Mensch es geschafft diese "Alltagsnöte" eines Tieres durch seinen Fortschritt weitestgehend aus zu schalten.


Ich würde nicht zwingend sagen, dass sie ausgeschaltet sind, eher, dass diese Dinge, wie etwa Nahrungssuche durch das Geldverdienen ersetzt wurde. So kann man es jedenfalls sehen, wenn man sich auf Locke bezieht, also, dass das Geld die Konservierung des Eigentums darstellt.