[Lyrik,Prosa] Arbeitstitel: Faust III

Berti
Arbeitstitel: Faust III

"Zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust!"
Hat Goethes Faust von sich gewusst.
Doch nun, zu meinem Graus
Seh’ so alt wie er ich aus.

Die eine ist's die ich nur mag.
Jene mit der ein Lächeln ich nur trag.
Jene die Spaß hat an der Freude.
Jene die mag Land und Leute.

Die Seele die stets Glücklich ist
Und Enttäuschung schnell vergisst.
Die mich steuert immer dann,
Wenn beschäftigt ich mich nennen kann.

Doch wehe mir bin ich allein,
Möchte’ fast schon lieber tot ich sein.
Dann kommt sie, die ich nicht mag
Und legt nur schlechtes an den Tag.

Sie lässt mich denken, grübeln, leiden
Über der Welt grösst' Unvollkommenheiten,
Über Ungerechtigkeit, Hunger und Pein.
Doch will ich nicht trübsinnig sein!

Doch wenn ich beide so beschaue,
Ist letztre wohl die schlaue.
Soll ich nun opfern meine Schläue
Auf dass ewig ich mich freue?

Sollt' auf ewig aufhör'n zu denken?
Lassen mich des Spaßes wegen nur durch andre lenken?
Die Lösung ist vielleicht das Gleichgewicht?
Ich weis es einfach nicht!




Das Gedicht hat schon einige Zeit auf dem Buckel, gehört aber noch immer zu meinen Lieblingen die ich nun hier zu meinem "Einstand" mal mit Euch teilen will.

PS.: Habe übrigens mittlerweile mein Gleichgewicht gefunden, zumindest so halbwegs.