gegen Nazis

Papabär
Hallo - mein erster wirklicher Beitrag und schon habe ich was gewichtiges.

Vom 19.-21. September 2008 wollen Rassisten aus ganz Europa in Köln einen so genannten "Anti-Islamisierungs-Kongress" durchführen.


Da mir dieses Pack zuwieder ist und ich meine Meinung sagen und will, möchte ich am Wochenende nach Köln und dort gegen Rechts demonstrieren. Als Familienvater werde ich sicherlich nichtmehr in vorderster Front stehen oder mich in irgendwelche Streitereien bringen, aber ich will auch nicht tatenlos zusehen.

So komme ich zu meiner Frage, ob noch jemand anders hier am WE in Köln ist und was gegen Nazitum in Deutschland un ternehmen will ?

Informationen zu Kundgebungen
leandra-luna
hmmm grundsätzlich eine gute sache dummerweise kommt rein zeitlich (is a bisserl knapp) bloss der sonntag in lev in frage.... wenn da zufällig jemand sein sollte bin ich durchaus dabei...
Epiphan
Nicht, dass ich Nazis befürworte, aber Anti-Nazi-Aktionen machen uns nicht besser als das braune Volk auch.

Jeder der ein bisschen gescheit im Kopf ist, weiß ohne hin, dass die NPD nie an die "Macht" kommen wird, dass ein großteil der Erdbevölkerung sich gegen deren Dinge einsetzt und die Zeiten des Führers ohnehin NIE wiederkehren werden.

Warum also die Faschos beachten? Nichtbeachtung würde denen viel mehr wehtun, als wenn sich alle drüber aufregen.
Séncja
Zitat:
Original von Epiphan
Jeder der ein bisschen gescheit im Kopf ist, weiß ohne hin, dass die NPD nie an die "Macht" kommen wird, dass ein großteil der Erdbevölkerung sich gegen deren Dinge einsetzt und die Zeiten des Führers ohnehin NIE wiederkehren werden.

Sorry, aber da irrst du dich vollkommen!
Gerade die schwarze Szene geht sehr tolerant mit der rechten Szene und deren Gedankengut um. Jetzt nicht hier, aber bei genug schwarzen Foren findest du von Szeneläufern oft genug braune Ideologien.

Und dass die schwarze Szene sich großartig gegen braun mobilisiert, halte ich für ein Gerücht. Außer halbherzige Aktionen, die nicht weiter ausgebaut wurden/werden, wie z.B. "Schwarze Szene gegen braunen Hass", findest du da rein gar nichts. Natürlich, wenn du einen Gothic offen fragst, was er von Nazis hält, dann sagt er gleich "Ich bin dagegen!". Doch wenn es darum geht, mal zu Anti-Nazi-Demos zu gehen, sich stark zu machen gegen die braune Szene oder braune Lokalitäten zu boykottieren, dann zieht da niemand mehr mit. Nicht umsonst trifft sich die schwarze Szene von Berlin monatlich in einem rechten Schuppen (seit Jahren). Die Aussage der Leute ist klar: "Mir ist egal, was das für ein Laden ist, solange ich meinen Spaß habe!" - ja, nee, ist klar!

Zudem ist die Aussage, dass die "Zeiten des Führers" nie wiederkehren wird, absolut falsch ist. Wenn du dir mal Hegels Weltenbild anschaust, dann merkst du, dass sich geschichtliche Ereignisse immer wiederholen. Dass eine erneute Diktatur in Deutschland bzw. Europa sehr gut und sehr schnell möglich ist, merkst du doch schon daran, dass sich die Politiker - abseits vom Willen der Bevölkerung - alles erlaubt, um nur irgendwie einen Vorteil zu haben. Nimmst du dann noch so eine Lektüre, wie "Die Welle" zur Hand, die auf einer wahren Begebenheit beruht, dann müsstest du merken, dass die Gefahr immer präsent ist.



Zitat:
Original von Epiphan
Warum also die Faschos beachten? Nichtbeachtung würde denen viel mehr wehtun, als wenn sich alle drüber aufregen.

Dachte ich auch lange, doch auch das ist nicht ganz richtig.
Solange man die Braunmaler ignoriert, toleriert man sie auch irgendwie, auf eine Art und Weise. Vielleicht kannst du oder ein Großteil der Bevölkerung die Braunmaler dann ignorieren, doch sicher macht das nicht die gesamte Gesellschaft. Und gerade in Zeiten der Not, die in Deutschland noch richtig kommen wird (Achtung! Spekulation!), sind solche Gruppierungen dann besonders gefährlich, da sie sich als "Stimme des Volkes" schnell etablieren können. Die Wählerstimmen der übrigen Gesellschaft, von der die Braunmaler nicht ignoriert werden, könnten zu ihren Gunsten überschwappen, so dass sie mehr Sitze bekommen. Das widerum bringt ihnen mehr Stimmgewalt und somit auch mehr Gehör in der Gesellschaft, was die Ignorierung der braunen Propeganda erschwert und ... und ... und ... !

Das Erschreckenste der letzten Jahre, welches sich gerade bei der nachkommenden Jugend manifestiert hat ist das Denken, dass von Seiten der Braunen keine Gefahr mehr droht. Und gerade darauf spekulieren Fraktionen, wie die NPD. Sie können dadurch die vergangenen Taten herunterspielen und den Aufklärungsunterricht in der Schule herabsetzen, so dass die Taten des dritten Reichs nicht mehr als sooo schlimm erachtet werden. Kommen dann noch solche Vollpfosten an, die behaupten, dass die Judenverfolgung nur eine Legende sei und die Menschen fangen an, die Brutalität und Gefährdung nicht mehr zu erkennen, ist der Weg offen für eine erneute braune Regierung. Und deswegen gilt es solche Protestaktionen, wie diese hier, zu unterstützen.


Ich bin zwar nicht dabei, weil mir meine Prüfung nächste Woche wichtiger ist, als mal eine Demo zu verpassen, doch dass darauf hingewiesen wird, finde ich nicht schlecht.
Nike
Ich stimme Séncja zu. Ich kann mich noch an Reaktionen in diversen Foren erinnern, als Asp Konstantin Weckers "Sage Nein" gecovert haben. Ungefähr so: "Igitt, das ist ja was Politisches!" Ich denke auch, dass die Szene manchmal die Toleranz falsch anwendet, insbesondere, da ja auch Künstler innerhalb der Szene Rechtes Gedankengut vertreten, z.B. Dernière Volonté. Es ist ja nicht so, dass die musikalische Nazi-Propaganda als Schrammel-Rechtsrock daherkommt, sondern es klingt teilweise schön.

Ignorieren bringt nichts, denn so können wir nicht das Rechte Gedankengut in den Köpfen bekämpfen. Wir dürfen uns beim Protest lediglich nicht auf das Niveau der Nazis herablassen.

Doch wie könnte eine kreative Demonstration, die zeigt, dass wir das Nazitum ablehnen, aussehen? Vielleicht könnten wir Parties zu diesem Motto veranstalten, eventuell sogar Festivals? Aufrufe an Festival-Organisatoren senden, die Künstler eingeladen haben, die Rechts sind, diese wieder auszuladen und gegebenenfalls mit Boykott drohen? Fan-Arbeit leisten, z.B. mittels Flugzettel aufklären?

Leider ist mir jetzt auf die Schnelle nicht mehr eingefallen. Ab Oktober bin ich ja endlich in NRW, ich denke, ich nehme am besten Mal im November oder Dezember an einem Stammtisch teil ... dann kann man vielleicht noch mehr Ideen sammeln ...
last_crow
Zitat:
Nicht, dass ich Nazis befürworte, aber Anti-Nazi-Aktionen machen uns nicht besser als das braune Volk auch.


ich sehe das auch so. iwar gesten in der innenstadt mit nem kumpel und überall steht schon die polizei da. wir wurden angehalten und auf vorstrafen kontrolliert .. dabei hatte mein kumpel nur zufällig einen kurzen stock dabei fürs larpen am abend..

alles irgendwie ziemlich dumm. die punks die inner ecke sitzen bettel um geld für pflastersteine. ist klar wem sie diese an den kopf werfen. aber ich finde das ist nich wirklich sinnvoll.

ich unterstütze keine nazis oder irgendwie sowas, aber ich finde es gibt auch genug linksradikale. und diese demos und antidemos naja... ist doch immer das selbe. riesenschlägerei.
leandra-luna
sorry last crow und epiphan ich verstehe euch nicht. das was ihr wollt ist das thema totschweigen... das das nie funktioniert darüber muss man glaube ich nicht diskutieren.

mit dem "ich ignoriere die braunen kader einfach"-verhalten unterstützt ihr dieses kranke gedankengut indirekt. es geht nicht um irgendwelche prügeleien. an der stelle stimme ich euch zu: wer zuschlägt stellt sich immer auf die niedrigst mögliche stufe und dann ist es auch egal welcher fraktion man angehört, aber wer schweigt und wegsieht macht sich in meinen augen mitschuldig.

es gibt ein schönes sprichtwort dazu: wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren...

seht es mal im kleinen: auf offener strasse wird eine dunkelhäutige von faschos verprügelt. klar kann man wegsehen, aber ist es richtig?

im grossen heisst das: die braune horde rennt durch die strassen und versucht deutschen rechtes gedankengut als positiv zu verkaufen. klar kann man auch hier wegsehen, sollte man aber genausowenig wie beim o.a. beispiel.

denn unterm strich handelt es sich in beiden fällen um die selben vorgänge auf unterschiedlichen ebenen...

machen wir uns nichts vor, es war auch im dritten reich nicht alles ausschliesslich schlecht und heute gibt es landkreise in denen die faschos "wertvolle" sozialarbeit leisten. trotzdem darf man auf keinen fall vergessen was dahinter steckt: menschenverachtende ideologien und werte.

und diese dürfen keinesfalls ignoriert, toleriert, akzeptiert oder gar unterstützt werden!
Epiphan
Zitat:
Original von leandra-luna
seht es mal im kleinen: auf offener strasse wird eine dunkelhäutige von faschos verprügelt. klar kann man wegsehen, aber ist es richtig?


Soooo hab ich das niemals gesagt.
Bei deinem Beispiel würde bei jedem normalen Bürger die Zivilcourage anspingen, inklusive mir natürlich.

Ich weiß nicht direkt, wie ich beschrieben soll, was ich meine. Ich sprach weder davon, sie zu tolerieren, noch sie zu akzeptieren und erst garnicht, wegzusehen. Eher davon, sie nicht zu bachten.
Ich meine es, wie ichs quasi bei meiner kleinen Schwester auch mache. Sie ärger mich gerne. Ärgere ich mich dann drüber, hat sie weiter ihren Spaß und ärgert weiter.
Tu ich aber so, als würde mich das ganze nichz interessieren (also übertragen auf Demos, Treffen etc und NICHT auf Gewalt), hört sie auf.

Versteht ihr?
Das es sich nicht auf 82 Mio. Menschen der BRD übertragen lässt, ist mir klar. Meine Idee ist eher nicht zu realisieren, leider.
Aber ich würds als eine Möglichkeit ansehen, wenn so manch einer mitmacht.
Jani
Ich finde es auch komplett falsch, wegzusehen oder es zu ignorieren. Denn wenn man nicht gegen dieses Nazipack vorgeht, haben genau diese weiterhin die Chance, ihre rechte Propaganda zu verbreiten. Gerade an Jugendliche, die dem gerne leichtgläubig folgen. Es ist wichtig, weiterhin Aufklärungsarbeit zu leisten, und zwar nicht nur wie im Schulunterricht, in dem ein bisschen über den zweiten Weltkrieg gesprochen wird, sondern auch, wies heute aussieht, wie man sich schützt und mit welchen Tricks das Pack arbeitet. Denn darauf fallen gerne junge Leute rein.
Aber für genauso wichtig betrachte ich diese Demos! Denn den Nachrichten entnommen wurde der "Kongress" von Pro-Köln aus Sicherheitsgründen abgebrochen und sie haben von der Polizei Platzverbot erhalten. Wenn die Gegendemonstranten an Bahnhöfen, etc. nicht blockiert hätten, wären sämtliche Nazis ohne Probleme zum Platz gekommen und hätten in aller Ruhe ihre Scheiße kundtun können. und DAS soll ich ignorieren? nein, danke! Dann lieber auf die Straße gehen, die Leute blockieren, nicht durchlassen und sich daran erfreuen, dass die Nazis ohne Erfolg ihre Sachen zusammenpacken mussten und keine Chance hatten, die Überhand zu bekommen!

http://www.spiegel.de/video/video-36358.html

http://www.wdr.de/mediathek/html/regiona.../20/lokk_01.xml
Séncja
Zitat:
Original von Epiphan
Bei deinem Beispiel würde bei jedem normalen Bürger die Zivilcourage anspingen, inklusive mir natürlich.

Das Problem in dieser Gesellschaft ist, dass das eben nicht der Fall ist
Die meisten schauen dabei immer nur zu, aber das ist ein anderes Thema.


Zitat:
Original von Epiphan
Ich meine es, wie ichs quasi bei meiner kleinen Schwester auch mache. Sie ärger mich gerne. Ärgere ich mich dann drüber, hat sie weiter ihren Spaß und ärgert weiter.
Tu ich aber so, als würde mich das ganze nichz interessieren (also übertragen auf Demos, Treffen etc und NICHT auf Gewalt), hört sie auf.

Nur leider sind die Braunen nicht, wie deine kleine Schwester. Die wollen nicht nur nerven, sondern wirklich etwas bewegen (in die falsche Richtung). Schaust du weg, so ist das, wie schon erwähnt, eine passive Unterstützung. Ist genauso, wie wenn du nicht zur Wahl gehst. Gibst du deine Stimme nicht ab, so unterstützt du automatisch die kleinen Extremparteien.




Zitat:
Original von Jani
Gerade an Jugendliche, die dem gerne leichtgläubig folgen.

Ärgerlicherweise bekommen die Braunen gerade über die Musik relativ viel Beifall. Erst hört man eine Band und die Musik gefällt. Dann erfährt man irgendwann, nachdem man zig Shirts von denen trägt, dass die Rechts sind. Und dann juckt das die Person nicht mehr ... so dass man mehr Bands aus der Richtung hört.
Das gibt es nicht nur verstärkt im Metalbereich, sondern auch bei Gothic-Mucke. Zwar ist Alexander Kaschte nicht rechts, doch er selber porpagiert Rassendenken und bringt seine Fangemeinde, durch seine dämliche Texten und noch dämlichere Interviews dazu, seinen Menschenhass anzunehmen, der unweigerlich weiter führt zu der Ideologie der braunen Brut.

Und das sind nur 2 Beispiele. Das Problem dahinter ist einfach nur, dass sich die Leute nicht dafür interessieren. Sie sagen, dass der Krieg über 60 Jahre vorbei sei und man habe mit den damaligen Ereignissen nichts zu tun. So reden sie sich raus und wollen dadurch einen Freifahrtschein erhalten. Eine Rechtfertigung zu tun, was sie wollen, ohne Blick auf die Konsequenzen. Und diese Leute aufzuklären ist schwer bis vollkommen unmöglich ...
Jani
Zitat:
Ärgerlicherweise bekommen die Braunen gerade über die Musik relativ viel Beifall. Erst hört man eine Band und die Musik gefällt. Dann erfährt man irgendwann, nachdem man zig Shirts von denen trägt, dass die Rechts sind. Und dann juckt das die Person nicht mehr ... so dass man mehr Bands aus der Richtung hört.


So ist es. Und dass man als "Unwissender" die Musik total "geil" findet, ist leicht nachvollzuziehen. Wenn man sich mal ein paar Rechtsrock-Sachen anhört, versteht man relativ schnell, warum gerade junge Leute (meiner Meinung nach auch vorwiegend Männer) total darauf abfahren. Die Musik an sich ist klasse Rock, vermittelt einen zum Mitmachen, mitsingen und zum Trinken. Das sind alles typische Gemeinschaftslieder, die man prima zusammen gröhlen kann und die gut klingen. Und sowas lockt, sind totale Ohrwürmer und geht aus den Köpfen der Leute eben nicht mehr heraus.
Es klingt lustig, es ist toll, es sind einfache Texte zum Mitsingen und dann juckt es nicht mehr, worum es in der Musik geht.


Zitat:
Das gibt es nicht nur verstärkt im Metalbereich, sondern auch bei Gothic-Mucke.

Wies bei der Gothic-Musik ist kann ich ganz schlecht beurteilen, weil ich da so rein gar nichts (mehr) höre und mich mit der Musik und den Bands nicht außeinandersetze. Aber wie das Momentan im Metalbereich läuft, erschreckt mich sehr. Gerade wenn es um Black Metal geht, was ich nun hauptsächlich höre..
Wenn man in eine neue Band reinhört, muss man als allererstes ersteinmal recherchieren, weil man Angst haben muss, die könnten irgendwie rechts rum gesteuert sein. Das ist traurig. Denn dieser Mist hat im Metal einfach nichts verloren... Und dass das vielen Leuten so scheißegal ist, macht mich schon fast traurig. und ich frage mich, ob diese Leute überhaupt verstehen, worum es in "ihrer" Szene mal einst ging.. und ob sie dann dort überhaupt noch am richtigen Platz sind..


Zitat:
Sie sagen, dass der Krieg über 60 Jahre vorbei sei und man habe mit den damaligen Ereignissen nichts zu tun. So reden sie sich raus und wollen dadurch einen Freifahrtschein erhalten. Eine Rechtfertigung zu tun, was sie wollen, ohne Blick auf die Konsequenzen. Und diese Leute aufzuklären ist schwer bis vollkommen unmöglich ...

Ich glaube schon fast, dass vielen gar nicht mehr bewusst ist, wie verbreitet heute noch die Rechte Szene ist. Glauben tatsächlich so viele Leute, dass das heute "nur noch die Wenigsten" sind und das Schlimmste vorüber ist? Wenn man sich mal intensiver damit außeinander setzen würde, würde man sehen und verstehen, dass die Rechte Szene leider sehr viel mehr Anhänger hat, als man glaubt. Nur dass es die Wenigsten nach außen hin zeigen. Auf rechten Demos findet man nicht immer nur 80 Leute, die da bisschen rummarschieren, zum Teil kommen da über 3000 Nazis angelaufen.. und das in einer Stadt!
Wenn man den Leuten/Jugendlichen in der Schule natürlich immer nur von "damals" erzählt und auf die Gegenwart nie zu sprechen kommt (wies größtenteils bei mir war), dann kann da in den Köpfen auch nichts passieren..
Kalef
Meiner Meinung nach wird in allem rechtes Gedankengut vermutet auch wenn es nur Kritik ist . Wer z.B. Kritik in sachlicher Form an dem Kölner Moscheebau äußert , wird sofort in die rechte Ecke gestellt . Warum eigentlich ?

Fatal finde ich was aus dem WE geworden ist, die Rechten haben wieder viel Aufmerksamkeit bekommen , zuviel wie ich finde. Und die Linksradikalen haben wiedermal Randale veranstaltet und damit dem Ansehen der friedlichen Demonstranten erheblich geschadet. So etwas kann den Rechten mehr nutzen als schaden...

Zudem gehören Rechts & Linksextreme in dieselbe Schublade....
Séncja
Zitat:
Original von Kalef
Wer z.B. Kritik in sachlicher Form an dem Kölner Moscheebau äußert , wird sofort in die rechte Ecke gestellt . Warum eigentlich ?

Kommt immer darauf an, wie man Kritik äußerst und wie man diese Kritik rechtfertigt.


Zitat:
Original von Kalef
Fatal finde ich was aus dem WE geworden ist, die Rechten haben wieder viel Aufmerksamkeit bekommen , zuviel wie ich finde. Und die Linksradikalen haben wiedermal Randale veranstaltet und damit dem Ansehen der friedlichen Demonstranten erheblich geschadet. So etwas kann den Rechten mehr nutzen als schaden...

Sehe ich anders. In den Medien wird die Linkspartei permanent als das Böse dargestellt. Da wird viel Mist berichtet und man haut nur auf die Linken drauf. Die Rechten lässt man außer acht, so dass sich diese formieren und positionieren können. Zu zeigen, dass es Menschen gibt, die dagegen kämpfen, halte ich daher für positiv.

Außerdem finde ich es witzig, wie die braune Masse am WE heulend von dannen gezogen ist, weil alles abgeblasen wurde


Zitat:
Original von Kalef
Zudem gehören Rechts & Linksextreme in dieselbe Schublade....

Würde ich nicht so direkt unterschreiben. Sitzdemos ohne richtige Aktionen sind albern und was für Kinder. Wenn man dann noch genauer hinter den Kulissen schaut und sieht, dass oftmals Rechte sich in linke Lager einschleichen, um dann den Streit zu provozieren und die Linken sich oftmals nur verteidigen, obwohl das in der Presse dann als Linksextreme Ausschreitung deklariert wird, so bin ich eher anderer Meinung.

Zumal Linksextreme meist eher destruktive Pläne haben. Sie blockieren, sie boykottieren. Die Linksextreme, die wild draufprügeln, sind meist Hooligans, die zu keinem Lager gehören ... oder es sind vereinzelt schwarze Schafe.
Kalef
Na ja Extremisten sind nie gut, egal welchem Lager sie angehören. Radale ist gar kein vernünftiger Weg.... aber das würde hier zu weit führen.

Das die "Linke" (Partei) in den Medien nie gut weg kommt, liegt wohl weniger an der ausrichtung sondern eher an den beiden fragwürdigen Führungspersonen bzw. der SED Vergangenheit eines Teils der Partei.
Séncja
Zitat:
Original von Kalef
Das die "Linke" (Partei) in den Medien nie gut weg kommt, liegt [...] eher an den beiden fragwürdigen Führungspersonen bzw. der SED Vergangenheit eines Teils der Partei.

Dann müsste man die Grünen auch verteufeln, weil da ehemalige Mitglieder der SED auf vorzufinden sind. Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung sind auch zum grünen Lager ein paar der linken Diktatoren geflüchtet.
Oder was ist mit der CDU/CSU-Fraktion? Nach dem 2. Weltkrieg sind viele Parteimitglieder der NSDAP zu der CDU/CSU gegangen ... warum werden die dafür nicht verteufelt?

Für mich bleibt das wirklich ein Rätsel, auch wenn manche Politiker der Linkspartei wirklich einen derben Mist raushauen.
Epiphan
Zitat:
Original von Séncja
Das gibt es nicht nur verstärkt im Metalbereich, sondern auch bei Gothic-Mucke. Zwar ist Alexander Kaschte nicht rechts, doch er selber porpagiert Rassendenken und bringt seine Fangemeinde, durch seine dämliche Texten und noch dämlichere Interviews dazu, seinen Menschenhass anzunehmen, der unweigerlich weiter führt zu der Ideologie der braunen Brut.


Da möchte ich leider zustimmen, was das verbreiten seines Denkens angeht. Jedoch find ich seine Texte und die Art wie er redet ziemlich genial.
Samsas ist natürlich nicht rechts, wenn man aber nicht weiß, dass Kaschtes Menschenhass auf der Zerstörung der Natur und "Abschlachtung" von Tieren beruht, da er nunmal Veganer ist, ist man ziemlich verloren.
Er bezieht sich übrigens mit ein.
Aber nungut, wer das dann auf die rechte Seite schieben möchte und sich darauf versteift, wird damit dann kein problem haben, da geb ich dir recht. leider.
Jolanda
Zitat:
Original von Kalef
Na ja Extremisten sind nie gut, egal welchem Lager sie angehören.
.


*augenroll*
Ich hasse solche Aussagen, echt.

Manchmal muss man eben Stellung beziehen und sich immer nur diplomatisch durchwurschteln bringt auch nichts.

Extreme Situationen erfordern eben auch extreme Entscheidungen und keine ischiwaschi-Aussagen.

Ich habe in sehr vielen Dingen ganz deutlich distanierte Ansichten und dazu stehe ich auch, weil ich mir auch morgen noch im Spiegel in die Augen schaun mag.

Ich beobachte mit Schrecken grade in Diskussionsforen im Internet eine zunehmende "Scheiß-egal"-Mentalität.
Der Satz den ich am häufigsten lese ist "das muss halt jeder selbst wissen".... NÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖ!!!!!! Es gibt einfach Dinge, wo es eben nicht egal ist und wo man nicht die Augen schliessen darf!!!!!

http://de.youtube.com/watch?v=7d2e-B4MQTc

SAGE NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!
Nike
Fakt ist eines: Es gibt z.B. in der Region, wo ich herkomme, doch einige NSBM-Bands. Doch leider ist es so, dass, wenn in der Provinz mal BM-mäßig was los ist, meist ein oder zwei Bands aus diesem Lager kommen. Doch deshalb hat ja nicht unbedingt jeder im Publikum eine rechte Meinung. Auch war ich vor einigen Jahren mal auf einem Nachtfalke-Konzert, und die laut Medien auch vorhandenen Skinheads habe ich nicht gefunden - weder vor der Bühne noch woanders im und um Club, wo sie den Gig hatten.

Es ist ja nicht so, dass die gesamte BM-Szene rechts ist. Aber ich denke, dass es an Aufklärung mangelt. Nicht jeder, der einen Thorshammer trägt, ist schließlich rechts. Aber man sollte den Arsch in der Hose haben, wenn tatsächlich eine rechte Band spielt, die ihren Worten auch noch Taten folgen lässt, diese zu boykottieren. Nichts frustriert eine Band sicherlich mehr, als in einem verwaisten Club zu spielen.

Noch etwas: Auch in den Köpfen der Spießer ist noch viel rechtes Gedankengut. Wenn ich von meiner Mutter z.B. wieder höre: "Na wenn der Staat eben kein Geld hat darf er eben keine Asylanten versorgen." Das rechte Gedankengut findet sein Echo in der sogenannten gesellschaftlichen Mitte. Die "Auschwitz-Lüge" wird nicht nur in NPD-Kreisen, sondern auch auf Stammtischen weiterverbreitet. Ich könnte regelmäßig kotzen, wenn mir sowas zu Ohren kommt. Mir ist bekannt, dass es z.B. in Brandenburg Regionen gibt, wo Holocaust-Aufklärungsarbeit von Rechten sabotiert wird.

Und, ich glaube, wir müssen uns alle von der verträumt-mittelalterlichen Vorstellung eines "christlichen Abendlandes" verabschieden. Klar, das Christentum war eine entscheidende Prägung in der europäischen Geschichte, aber was war z.B. mit den Millionen Juden, die auch in Europa lebten? Selbst im Mittelalter! Und Christen gibt es schließlich auch außerhalb von Europa ...
Berti
Ich bin strikt gegen Rechts und doch sehe ich auch linksradikale Gruppierungen in einem kritischen Licht. Ich stehe zwar auf ihrer Seite, doch kann ich der Wahl der Mittel nicht immer zustimmen. Das auch einfach aus rein pragmatischen Gründen.
Was ich mir wirklich wünsche ist, dass die Braunen in den Medien schlecht da stehen, da die Medien (leider) einen sehr sehr großen Einfluss auf die Meinung der breiten Masse haben. An diesem Punkt gehen einige Linksradikale die Sache falsch an. Leider sieht man zu oft einen kleinen Naziaufmarsch in den Medien, von vielleicht 200-300 Mann, der recht "friedlich" marschiert und rundherum ist ein riesiges Chaos der Gegendemo. So dass sich letztendlich 3/4 des Berichts um Ausschreitungen der Gegendemo drehen, auf Polizisten geworfene Steine und co.
Dadurch stehen am Ende die Braunen als Saubermänner da und die Linken als Krawallbrüder die Steine werfend Chaos stiften. Gerade das wollen die Braunen doch nur! So verschiebt sich die Meinung der eher ordnungsliebenden konservativen Mitte-Rechts immer weiter nach Rechts aussen.

Ich bin auf jeden Fall dafür für seine Meinung ein zu stehen, sehr gern auch auf der Strasse! Aber dann sollte man bitte Transparente in die Hand nehmen und keine Steine!

Wie einige schon schrieben, so sollte auch meiner Meinung nach die Aufklärungsarbeit in den Schulen neu durchdacht werden. Es wird 3-4 mal der zweite Weltkrieg aufgerollt, (Mal in Geschichte, dann nochmal in Politik, in deutsch liest man irgendwann auch nochmal das Tagebuch der Anne Frank) doch der Bezug zur Gegenwart kommt dabei stets zu kurz. Während einem Schüler der zweite Weltkrieg als Thema irgendwann zum Hals raus hängt, kommt die Aufklärung zur akuten heutigen Gefahr dieses Gedankenguts zu kurz. Jeder Schüler weiss dass der Holocaust nicht gut war, aber die heutigen Rechten stellen sich ja bei Kundgebungen auch nicht hin und fordern offen einen nächsten. Es wäre sicherlich sinnvoller den zweiten Weltkrieg einmal weniger durch zu kauen und dafür einige Einheiten gegenwartsbezogener Aufklärung ein zu streuen. Zum Beispiel anhand von "Die Welle" zusammen mit dem Film und einigen anderen aktuellen Themen mit denen Schüler auch etwas anfangen können. Ansonsten wirkt eine "zeitgenössische" rechtsradikale Einstellung als eine verbotene "Grauzone" über die Schüler zu wenig wissen. Gerade dieses Verbotene verführt jedoch gern dazu ausprobiert zu werden.

Abschließend möchte ich den Kölnern zu ihrem Erfolg gratulieren! Das was ich über die Aktionen mitgekriet habe hat mich wirklich begeistert. Braune "Spitzen" die auf nem Schiff festsitzen da Anlegestellen blockiert waren. Andere die nicht vom Flughafen weg kamen da Taxifahrer sich verweigert haben etc. .
Wirklich wirklich klasse!