Pastafari

darkuser
http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster

was haltet ihr davon?
ich finde es ist eine sehr gute aktion von Bobby Henderson um sarkastisch zu zeigen wie man eine religion entstehn lässt und auf was alles basiert.

wie ist euere meinung?
Séncja
Das ist einfach zu geil!

Zitat:
Die Welt wurde vom nicht nachweisbaren Fliegenden Spaghettimonster erschaffen. Alle Hinweise auf eine Evolution wurden von eben diesem bewusst gestreut, um die Menschen zu verwirren.

Ich kann nicht mehr!

Es ist aber der richtige Weg, um dem hirnlosen Trend pro Religion in Amerika parolie zu bieten. Es kann ja nicht sein, dass in Wissenschaften der Blödsinn aus der Bibel gelehrt wird. Die Bibel ist knapp 1400 Jahre, Fragmente davon sogar weit darüber, alt. In der Zwischenzeit wurden Erkenntnisse geknüpft, auf die nur mit der spanischen Inquisition geantwortet wurde. Und auch da wurde von Seiten der Kirche schon zugegeben, Fehler begangen zu haben. (Erinnerung an "Mea Culpa")
Es gibt etwas, was die Amerikaner noch nicht gelernt haben. Sich weiterzuentwickeln. Und das kann man wirklich so hart sagen. Weder das politische System, noch die soziale Bindung, noch das Bildungswesen und schon gar nicht die Vernunft hat sich da drüben erweitert. Regierende Männer, die etwas zu sagen glauben, beharren auf das Recht, die Weltmacht zu sein und denken, man müsse sich ihr unterordnen. Verstanden, dass man sich der Zeit und der Erkenntnis unterzuordnen hat, hat dort keiner. Und wird es wohl auch niemand ...
Nike
Naja, ich glaube, es dürfte jedem von uns klar sein, dass die Bibel der Interpretation bedarf. Schon im katholischen Religionsunterricht lernten wir, dass man Verantwortung übernimmt.Im im evangelischen Religionsunterricht lernten wir z.B., dass es eigentlich 2 (in Worten: Zwei) Schöpfungsgeschichten am Anfang der Bibel gibt. Ich glaube einfach, dass die Kreationisten zu blöd sind, ihren eigenen Kopf zum Denken zu verwenden.
last_crow
ein kumpel von mir ist pastafari und ich bins auch und es ist ganz tollig

wir beten zum fliegenden spagettimonster
InMyWinter
Ich kann damit nix anfangen, da ich die Parodie genauso peinlich find wie den Ursprung des ganzen. Wozu brauch man das und wofür soll das gut sein? Sich über die Kirche/Religion lustig zu machen ist genauso schwer, wie einem 5-jährigen den Lutscher zu klauen.
ishozar
ich glaube nicht, dass es darum geht, sich über religionen lustig zu machen. es geht doch viel mehr darum, zu verdeutlichen, wie sinnlos bzw. sinnbefreit religion ist ...
Séncja
Zitat:
Original von ishozar
es geht doch viel mehr darum, zu verdeutlichen, wie sinnlos bzw. sinnbefreit religion ist ...

Religion ist sinnfrei/sinnlos?
Auf die Begründung bin ich mal gespannt


Zitat:
Original von InMyWinter
Sich über die Kirche/Religion lustig zu machen ist genauso schwer, wie einem 5-jährigen den Lutscher zu klauen.

Äh, ich glaube, du hast den Sinn des Ganzen falsch verstanden. Es geht nicht darum, sich über eine Religion oder deren Anhänger lustig zu machen, sondern man zieht in erster Linie deren Einfluss auf die Verbreitung wissenschaftlicher Studien in den Dreck.

Die Kirche wollte z.B. verbieten, dass die Evolutionstheorie in den amerikanischen Schulen gelehrt wird. Stattdessen soll die Schöpfungsgeschichte mit Adam und Eva gelehrt werden. Solche Entschlüsse werden durch "Pastafari" emporgehoben und deutlich in den Dreck gezogen, um auf humoristische Art und Weise zu offenbaren, wie unsinnig das ist, was die Kirche vor hat.

Es herrscht noch immer Religionsfreiheit und die wird auch respektiert, nur wo die Religion zu weit geht, greift Pastafari an.
InMyWinter
„We are willing to pay any individual *$250,000 if they can produce empirical evidence which proves that Jesus is not the son of the Flying Spaghetti Monster", sowie die Darstellungen des Monster und des Fisches sind keine Parodie? Das seh ich aber anders, auch wenn es nicht das ursprüngliche Primärziel der Bewegung ist. Sätze wie der o.g, sind doch ein alter Hut und immer der Angriffspunkt, worauf die Religion wieder kontert und sagt: Dann Beweis doch mal Darwin, den Urknall oder was auch immer. Diese ganzen Diskussion über die Entstehung der Menschheit und der Erde führen doch immer noch zu keinem brauchbaren Ergebnis. Ohne einer Religion anzugehören würde ich dann mal fragen, warum die wissenschaftlichen Theorien mehr Rechte in der Lehre haben sollen als religiöse? Weil sie wahrere sind? Das is alles mal nicht so einfach
Inquisition Symphony
Warum sie mehr Rechte in der Lehre haben?...
Weil es größtenteils bewiesene und nachzuvollziehende Theorien sind.
Wenn wir das ganze wissenschaftlich angehen, bleibt von der Wissenschaft min.1 Theorie als bewiesen stehen. Evolution z.B.

Nehmen wir nun die z.B. christliche Religion, dann bleiben die Theorien nichts als politische Machtinstrumente.
Der Bibelteil des neuen Testamentes mit der Legacy of Jesus wurde erst ca. 70 Jahre nach seinem Tod geschrieben.
70 Jahre.... So alt sind damals die wenigsten geworden.
Also können wir gut davon ausgehen, dass es die 3. Generation war, die das Testament geschrieben hat.
Und dadurch hatten sie damals nur Vorteile.
Ok, Christenverfolgung.
Aber das war eine Bestätigung für sie (Die Christen sind eine Sekte der Juden und die sehen sich nunmal als Elite an.).


Und mal zu den Pastafari.
Sie benutzen die gleiche Art der Untermauerung ihrer Theorien wie die meisten Religionen.
Sie behaupten etwas, dass man nicht beweisen kann und stellen es als Wahrheit da.
Wenn du sagst, das wäre Unsinn, dann beweis es doch. xD
Und übrigens, das mit Jesus müsste mittlerweile bei 1.000.000 $ angekommen sein, wenn ich mich nicht irre.
Ich finde sie unterhaltsam. Es ist die typisch amerikanische Reaktion auf Dinge die ihnen nit schmecken x3
mondfeuer
*gg* Also ich find die Idee echt klasse. Da wird niemand beschimpft, beleidigt, diskriminiert, niemand wendet Gewalt an oder sonst was. Als ich den Artikel gelesen hab musste ich die ganze Zeit ziemlich breit grinsen. Echt gut! Muss mal mehr dazu lesen.
Séncja
Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Warum sie mehr Rechte in der Lehre haben?...
Weil es größtenteils bewiesene und nachzuvollziehende Theorien sind.

Es sind Theorien, die auf Erkenntnisse und auf Fakten aufgebaut sind. Bei der Religion sind es Theorien, welche durch Projektionen der eigenen Wünsche, der Hoffnung auf ein besseres Leben, entstanden. Frei von Fakten und Erkenntnissen. Das ist der große Unterschied!


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Nehmen wir nun die z.B. christliche Religion, dann bleiben die Theorien nichts als politische Machtinstrumente.


Die erste Religion wurde zwar von den Ägyptern zur Stärkung der Pharaonen und deren "Könige" erschaffen, doch Religion hat nach wie vor noch immer die Aufgabe, den Menschen Hoffnung und Lebensmut zu vermitteln. Und genau das ist auch der Fall. Man schaue sich mal die Länder der dritten Welt an: Nirgends ist der Glaube so stark! Warum? Weil diese Menschen auf ein besseres Leben hoffen. Deswegen wenden sich auch im europäischen Raume immer mehr Menschen an eine Religion, wenn sie von einem Schicksalsschlag getroffen worden sind.

Das Herabwürdigen einer Instanz, die den Menschen in schweren Stunden hilft, halte ich daher für nicht gut genug überlegt. Sei es nun durch diesen Kommentar von Inquisition Symphony oder durch den Kommentar von ishozar.
Glauben heißt nichts anderes, als Hoffnung auf ein besseres Leben zu haben und diese Hoffnung als Antrieb für ihr Leben zu gebrauchen. Wer seinen Lebensmut verloren hat, braucht die Religion daher, um überhaupt weitermachen zu können.

Es gibt natürlich Menschen, die auch ohne Religion zurecht kommen und die diese Instanz niemals gebrauchen. Genauso gibt es Menschen, die immer gut behütet sind und deswegen in ihrer Arroganz zum Agnostiker werden. Doch man sollte den Menschen, die es definitiv schlechter in ihrem Leben erwischt haben, nicht das Recht auf einen Glauben absprechen, nur weil man es selber für Humbug hält.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Der Bibelteil des neuen Testamentes mit der Legacy of Jesus wurde erst ca. 70 Jahre nach seinem Tod geschrieben.
70 Jahre.... So alt sind damals die wenigsten geworden.

Ich habe zwar gerade keine Quelle zur Hand, aber noch schlimmer ist es, was kleingeschrieben danach noch kommt. Derjenige, der über die Kreuzigung von Jesus Christus berichtet hatte, ist erst mehrere Jahre nach dem Tod von Jesus geboren worden! Er hat die Geschichte von der Kreuzigung von seinem Umfeld zugetragen bekommen und daraufhin aufgeschrieben. Ein weiteres Problem ist: Der Autor war bekannt dafür, dass er überlieferte Geschichten aufnahm, überspitzte und letzendlich mit fantasievollem Beigeschmack niederschrieb. So hat er mehrere Geschichten aufgeschrieben, die nach und nach wiederlegt worden sind, was die Überlieferung der Kreuzigung von Jesus Christus einen bitteren Nachgeschmack auferlegt.
Kurz und knapp: Man kann davon ausgehen, dass die Geschichte der Kreuzigung so definitiv nicht stimmt!


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
(Die Christen sind eine Sekte der Juden und die sehen sich nunmal als Elite an.)

Mit dem Begriff "Sekte" solltest du vorsichtiger umgehen. Als "Sekte" bezeichnet man eine Glaubensbindung, die durch diesen Begriff herabgewürdigt werden soll. Das Judentum ist eine Glaubensbindung der Religion, sowie auch der Islam und das Christentum. Wenn du eine Glaubensbindung als Sekte diffamierst, dann beleidigst du lediglich deren Anhänger. Mehr nicht. Und ich glaube nicht, dass das deine Intention war.



Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Sie benutzen die gleiche Art der Untermauerung ihrer Theorien wie die meisten Religionen.
Sie behaupten etwas, dass man nicht beweisen kann und stellen es als Wahrheit da.

Ganz genau! Und den Ursprung hatte es in dem Verbot der wissenschaftlichen Theorien in der Schule. Stellt euch mal vor, ihr macht Abitur und anstatt Einsteins Relativitätstheorie müsst ihr schreiben, dass Gott eine Scheibe erschaffen hat, von dessen Rand man in die Hölle fallen kann, wenn man nicht aufpasst.
Inquisition Symphony
Naaa mein Gutester zuerst muss ich dir mal wiedersprechen.
Sekte ist ein neutraler Begriff, der eine Religion bezeichnet die aus einer andeen entstanden ist. Nur viele benutzen dieses Wort als Schmähnamen, daher der schlechte Ruf.
Aus meiner Sicht habe ich niemanden diffamiert.

Glauben heisst übrigens in erster Linie "Nicht wissen".
Und das ist das einzige was ich klar stellen möchte.
Deshalb spreche ich der Religion nicht ihre Sinnhaftigkeit, sondern ihre unanfechtbare weltliche Macht ab.
Ich finde es schlicht und ergreifend nicht richtig, dass Priester auf einer Stufe mit Wissenschaftlern gestellt werden.
Von mir aus mit Philosophen und Moralisten aber mit Wissenschaftlern halte ich für übertrieben.
Sollen sie über Ethik und Philospie diskutieren und ihre Anschauung gerne wie jeder andere Mensch auch, offen äußern. Nur ich finde es bestürzend, dass auf die Meinung der Religionen so viel wert gelegt wird. Gerade in den ärmeren Ländern.
Stichwörter
- AIDS in Afrika
- Frauenentrechtung Islam
- Weibliche
Ich bin für die strikte Gewaltenteilung von weltlicher Macht und Religion.

Wie schon in einem anderen Thread so ähnlich gesagt:
Wer eine Krücke braucht, kann und sollte sie gerne gebrauchen, dass ist keine Schande.
Nur sollte man bedenken WAS man da als Lebenshilfe benutzt und (oft) als Imperativ seines Lebens.
In zu vielen Religionen ist subtile Lebensfeindlichkeit und ein beinahe intolerantes Elitedenken versteckt.
Mal abgesehen davon:
Sie hoffen auf ein besseres Leben NACH DEM TOD.
Die meisten Religionen sind darauf aus dich dein Los aktzeptieren zu lassen und der Lohn kommt im nächsten Leben oder in einer Annäherung an das Nirvana.
Es ist zu oft gerade in den Weltreligionen ein vertrösten und klein halten der Hilfe Suchenden.
(Besonders schlimm ist das Verleugnen der agressiven Triebe.)

Gott vergelt's dir, denn ich bin pleite.

Man sollte nicht den Überblick verlieren und sich ganz auf eine Religion fixieren.
Einfach nicht alles so ernst nehmen.

Darum auch lieber mehr Piraten.
Das Ende der Piraterie in der Karibik ist nämlich schuld an der globalen Erwärmung.
Denn dadurch, dass es weniger Piraten gab, stieg die globale Erwärmung. Schaut euch mal die Thermokarten dazu an xD
Mir ist da eine Spaßreligion oder einfache Meditation wesentlich lieber als Psychindoktrination.
Übrigens...
Die Heilige Inquisition nimmt immer gerne neue Mitglieder auf.
Auch weibliche Anwärterinnen für die Schwesternschaft der Sororitas und Hospitalis werden gerne aufgenommen.
Also meldet euch ruhig bei unserem geliebten Konfessor Rachsucht oder direkt bei der Verwaltungsstelle der heiligen Ekklesiarchie (mir).
Séncja
Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Sekte ist ein neutraler Begriff, der eine Religion bezeichnet die aus einer andeen entstanden ist. Nur viele benutzen dieses Wort als Schmähnamen, daher der schlechte Ruf.

Beim Sprachgebrauch sollte man schon mit der Zeit gehen. Was du meinst, ist eine "neue religiöse Bewegung". Ich zitiere mal aus Wikipedia:
Aufgrund seiner Geschichte und Prägung durch den kirchlichen Sprachgebrauch bekam der Ausdruck abwertenden Charakter und verbindet sich heute mit negativen Vorstellungen, wie der möglichen Gefährdung von etablierten religiösen Gemeinschaften oder Kirchen, Staaten oder Gesellschaften. Die moderne Religionswissenschaft hat das Wort Sekte durch neutrale Bezeichnungen wie religiöse Sondergemeinschaft oder neureligiöse Gemeinschaft ersetzt. In der Rechtswissenschaft findet der Begriff „neue religiöse Bewegung“ Verwendung.
Ist das Gleiche, wie mit dem Begriff "rechte Gruppierung". Heutzutage benutzt man das politische Wort "Rechts", wenn man etwas als "rechtsextrem" betitelt. So wäre es z.B. falsch, nur weil eine Partei mehr Macht der Regierung geben möchte, diese Partei als "rechts" zu bezeichnen.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Aus meiner Sicht habe ich niemanden diffamiert.

Der Kommentar Nehmen wir nun die z.B. christliche Religion, dann bleiben die Theorien nichts als politische Machtinstrumente. ist eine Verleumdung und gilt somit als Diffamierung. Den Fehler, den du da begangen hast ist, dass du Religion von Kirche nicht getrennt hast. Wir reden hier über eine Religion. Lediglich die Kirche interpretiert diese Religion, missioniert und versucht seine Schafe an sich zu binden. Teilweise auch mit Nachdruck (Spanische Inquisition, Kreuzzüge, Christen-/Judenverfolgung, usw.).
Zeige mir aber bitte mal in den heiligen Schriften, wo man sich in die Politik eingemischt hat. Da findest du nichts, denn die Bibel ist ein Richtwerk der Ethik, welches den Menschen Antworten liefern soll. Keine Bestimmungen!
Letzteres ist auch der Grund, warum ich als überzeugter Christ nicht der christlichen Kirche angehöre. Die christliche Kirche gibt Regeln vor, nach denen wir zu leben haben. Man muss das befolgen! - das ist aber falsch! Die alten Lehren sagen eindeutig, dass es Richtwerte sind. Man solle versuchen, sich danach zu richten und danach zu leben. Der Wille ist entscheident.

Und dieser Aspekt, das Verwechseln von Religion und Kirche bzw. das Zusammenführen dieser beiden Begriffe, ist wirklich ein heftiger Fehler, den viele Agnostiker und Atheisten immer wieder machen.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Glauben heisst übrigens in erster Linie "Nicht wissen".
Und das ist das einzige was ich klar stellen möchte.

Ja mei, wenn du es wissen würdest, dass dein Leben ab dem heutigen Tage nur noch Mist mit sich bringen würde, würdest du es dann trotzdem leben? *g* Deswegen ist es gerade so wichtig, nicht zu wissen! Würden wir mit Bestimmtheit sagen können, dass Gott und Jesus existieren, dann würde das ganze System der Religionen, der Sinn der Religionen, einfach zusammenbrechen. Wir hätten ein Leben voller Zwang und Angst - und genau deswegen darf man nicht wissen, sondern muss glauben. Deswegen sprach ich auch von "Hoffnung". Hoffnung bedeutet, dass man nicht weiß, was es bringt, doch eine Besserung erwartet. Und das widerum hat eine Steigerung des Lebensmutes zur Folge.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Nur ich finde es bestürzend, dass auf die Meinung der Religionen so viel wert gelegt wird. Gerade in den ärmeren Ländern.
Stichwörter
- AIDS in Afrika
- Frauenentrechtung Islam
- Weibliche
Ich bin für die strikte Gewaltenteilung von weltlicher Macht und Religion.

Nicht die Bibel sagt, dass jeder, der ein Kondom benutzt, in die Hölle kommt. Das sagt die Kirche. Gleiches Problem wieder: Verwechsel eine Religion nicht mit einer Kirche!
Und warum gerade in ärmeren Ländern darauf wert gelegt wird, habe ich ja schon mit den Prinzip "Hoffnung" erläutert. Was die "Frauenentrechtung" im Islam angeht, so ist das auch nicht in allen muslimischen Ländern so. Zumal das auch kein Relikt der Religion ist, sondern ein Relikt der gesellschaftlichen Entwicklung. Diese Bürde der Religion aufzuerlegen, halte ich für falsch!

Ach ja, was Gewaltenteilung angeht: Dir ist schon klar, dass z.B. in der Türkei eine Gewaltenteilung zwischen Politik und Religion längst erfolgt ist?! Meinen Informationen zur Folge nimmt der religiöse Glauben auch dort immer mehr ab bzw. die alten kulturellen Werte, wie dass Frauen Kopftücher tragen müssen, werden ignoriert/abgeschafft. Ärgerlicherweise kommen deswegen die extremen Heinis nach Europa, um ihre "alten Werte" wieder aufblitzen zu lassen. Aber das ist ein anderes Thema.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Es ist zu oft gerade in den Weltreligionen ein vertrösten und klein halten der Hilfe Suchenden.


Okay, sorry, aber das ist der dämlichste Satz, den ich in meinem ganzen Leben gehört/gelesen habe! Hast du eine Ahnung, welche Arbeit Pfarrer in ihrer Gemeinde verrichten? Die sind 24 Stunden am Tag unterwegs und laufen von Gemeindemitglied zu Gemeindemitglied. Sie bieten ihre Ohren an, um den Menschen Last von den Schultern zu nehmen und leisten Angehörigen auch Beistand. Seitdem unsere Wirtschaft abgesackt ist, helfen Gemeinden sogar bei Alg2- oder Arbeitslosenanträge! Es wird Hilfe und Hülle und Fülle geboten, nur man muss sie annehmen.
Die Gemeinde leistet wirklich eine sehr gute Arbeit und das einfach zu ignorieren ist schon derbe. Aber nicht zu wissen, wovon man spricht, weil man sich nicht gut genug informiert hat und dann sowas rauszuhauen ... das ist genauso, als wenn man behaupten würde, alle Gruftis seien Satanisten oder Metaller würden alle Blut trinken.

Den Menschen wird Hilfe angeboten und das nicht zu knapp. Auch die dritte Welt wird von Kirchen unterstützt, durch Medikamente, Pfarrer und Heilige vor Ort und auch durch Nahrung. Was sollen sie noch mehr machen? Sich eine Atombombe anschaffen und damit die Politiker erpressen?

Das geht jetzt von der Kirche aus und hat weniger was mit der Religion selber zu tun. Die Religion selber macht nichts gegen z.B. AIDS, das ist klar. Wie soll sie auch? Die Religion ist ein Leitbild, ein Bild der Existenz, welches zeigt, nach welchen Maximen man leben sollte bzw. nach welchen Werten man sich richten sollte. Das Bekämpfen von Krankheiten ist also nicht die Aufgabe einer Religion ...
Inquisition Symphony
Die moderne Interpretation von dem Begriff Sekte ist mir schon bekannt, nur beziehe ich mich auf die "alte" Bezeichnung.
Ich zitier auch mal den Wiki:
Sekte (lat. secta „Richtung“, von sequi, „folgen“, in der Bedeutung beeinflusst von secare, „schneiden, abtrennen“) ist eine ursprünglich wertneutrale Bezeichnung für eine philosophische, religiöse oder politische Gruppierung, die durch ihre Lehre oder ihren Ritus im Konflikt mit herrschenden Überzeugungen steht. Insbesondere steht der Begriff für eine von einer Mutterreligion abgespaltenen religiösen Gemeinschaft. So ist beispielsweise das Christentum als Sekte aus dem Judentum hervorgegangen.
Die neue Bedeutung ist meines Erachtens nach ein Podukt von Sprachvergewaltigung.
Aber das ist nur meine Meinung.
Wenn wir mit der Zeit gehen wollen, nutzen wir doch einfach auch das Wort Religion, wie im allgmeinen Sprachgebrauch auch, als Beispiel für Institutionen von Glaubensgemeinschaften und der altmodische Begriff der Religion wird zum utopischen Gedanken. Es gibt zwar keine allgemein gültige Definition von Religion aber wenn wir das mit dem Begriff Sekte einführen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Institution die Religion wird.

Religion(altmodisch) und Kirche habe ich sehr wohl "voneinander getrennt". Nur wenn wir jetzt anfangen Institutionen und Ideen voneinander abzukoppeln und als nicht zusammen gehörend deklarieren, haben wir bald ein sehr großes Problem, da das eine die Idee und das andere die praktische Folge davon ist. Da bleibt nur noch die Möglichkeit eine Religion als Gedanken zu betiteln, der den Menschen in seinem weltlichen Geschehen nicht beeinflusst. Und das ist Wunschdenken.
Die Religion ist also eine Theorie. Und jede Theorie ohne reale Anwendung ist realitätsfremd und unnütz. Und da jede Gruppierung quasi eine neue "Kirche" entstehen lässt, kommen wir von der Religionsgemeinschaft oder Kirche irgendwie nicht weg.
Das ist wie ungeschützter Sex und dann wenn ein Kind dabei rauskommt sagen:
"Das wollt ich aber nicht, dass gehört nicht zu mir." Oder das Verleugnen der Eltern, weil sie einem nicht in den Kram passen.
In meinen Augen auch nicht das wahre.


Zitat:
Ja mei, wenn du es wissen würdest, dass dein Leben ab dem heutigen Tage nur noch Mist mit sich bringen würde, würdest du es dann trotzdem leben? *g* Deswegen ist es gerade so wichtig, nicht zu wissen!


Das meine ich mit klein halten. Es ist eine moralische Kastration in meinen Augen.
Und was du eben Hoffnung nanntest, ist das gleiche wie meine Krücke, nur anders ausgedrückt.
Und wenn man merkt, dass nurnoch scheisse kommt und kein Ende in Sicht, dann kann man Glauben und Hoffnung verlieren.
Nicht jeder ist so tief gläubig wie Hiob.
Darum ist eine effektive Lösung des Problems besser als ein Mittel zur Hoffnung.
Es heisst doch auch:
Gott hilft jenen, die sich selber helfen.
Hoffnung macht meinen Kohl auch nicht fett.
Und dafür brauche ich auch keine Religion, sondern nur eine vernünftige Aussicht, Arbeit und Plan.
Wenn das nicht klappt, kann man sich wieder zur Hoffnung begeben.
Nur finde ich es persönlich traurig, wenn einen nurnoch die Hoffnung auf besseres am Leben erhält. Und das meinte ich mit eine Krücke kann und sollte genutzt werden, wenn sie gebraucht wird.



Zitat:
Was die "Frauenentrechtung" im Islam angeht, so ist das auch nicht in allen muslimischen Ländern so. Zumal das auch kein Relikt der Religion ist, sondern ein Relikt der gesellschaftlichen Entwicklung. Diese Bürde der Religion aufzuerlegen, halte ich für falsch!


Wenn wir die Religion als Wurzel haben, kann man ihr sehr wohl die Schuld in die Schuhe schieben. Wenn der Grundgedanke pervertiert ist und modern wird, ist das das selbe wie die moderne Bedeutung des Begriffs Sekte. Alte Bedeutung und neue Bedeutung. Der Rest ist subjektives Gefühl.
Genauso, wie man die Erfindung der Atombombe, der Entwicklung der Kernspaltung zuordnen kann.
Da wir hier aber wieder bei subjektiver Einschätzung angekommen sind, hilft uns das nicht weiter.

Zitat:
Ach ja, was Gewaltenteilung angeht: Dir ist schon klar, dass z.B. in der Türkei eine Gewaltenteilung zwischen Politik und Religion längst erfolgt ist?!


1. Ja, weiss ich, schließlich wollen die in die EU und Zeitungen gibt es hier auch.
2. Ist ja dufte. Habe ich mit auch nur einem Wort die Türkei angesprochen? Da hättest du auch gleich Deutschland als Beispiel einer unchristlichen Regierung nehmen können.

Die Staatenteilung geht voran, das ist Fakt, richtig.
Aber mir gings grade nur darum, meinen Standpunkt zu geistlicher und weltlicher Macht klar zu stellen. Sie beeinflussen sich aber weltliches sollte weltlich und geistliches, geistlich bleiben. Das eine als Realität und das andere als "Hobby". Somit bleibt mein Entschluss das Religion und Staat geteilt werden sollte selbst dann noch bestehen, wenn es keinen "Gottesstaat" oder ähnliches auf der Welt mehr gibt.

Und ja Séncja, mir ist sehr wohl klar, was der Pfarrer und die Gemeinde für die Gesellschaft und den Einzelnen tut.
Ich hab da schon a bissl Einblick gehabt und ich finde es auch gut, dass du das zu Wort bringst. Denn was die Kollegen da leisten und das zumeist Ehrenamtlich ist bewunderswert. (Nur finde ich es schade, dass du mich direkt als uninformiert darstellst, nur weil ich die positive Arbeit nicht erwähnt habe. Ich bin kein Einsiedler der von der Welt abgekapselt lebt. Auch ich lese Zeitung, schaue Nachrichten und passe a bissl auf was in der Welt passiert aber das ist ein anderes Thema und hier fehl am Platz )
Aber ich sehe keine Notwendigkeit einer Religion hierfür. Es wäre alles auch ohne Götterglaube und die Missinterpretation von uralten Texten erfüllbar.

Worauf ich leider keine Antwort habe, ist dein Argument der Religion als Gedanke. Denn dem Grundgedanken kann ich nichts schlechtes ausser Unwissenheit und Realitätsfremde abgewinnen. Und daher ist es auch sinnlos darüber zu diskutieren, da die Religion an sich, der Gedanke absolut unbedeutend ist, wenn er nur ein Gedanke ist, der die Welt nicht berührt. Denn was hilft es uns? Das ist wie darüber zu streiten ob ein imaginärer Kugelschreiber Rot oder Blau ist, darum befasse ich mich lieber mit der Wirkung der Theorie in der Praxis. Denn was nützt sie uns, wenn sie ein utopisches Traumbild und das einzig unanfechtbar Gute nur eine Idee bleibt und nicht übernommene Wirklichkeit sondern missbraucht wird? Es ist sinnlos.
Darum kritisiere ich den öffentlichen Missbrauch der Religion.
Es ist wie mit dem Feuer.
Man gibt es einem Menschen und er kocht essen damit oder er zündet das Haus des Nachbarn damit an.
Der Mensch als Verknüpfungspunkt von Realität und Gedanke ist der schwierige Punkt.

Zitat:
Das geht jetzt von der Kirche aus und hat weniger was mit der Religion selber zu tun. Die Religion selber macht nichts gegen z.B. AIDS, das ist klar. Wie soll sie auch? Die Religion ist ein Leitbild, ein Bild der Existenz, welches zeigt, nach welchen Maximen man leben sollte bzw. nach welchen Werten man sich richten sollte. Das Bekämpfen von Krankheiten ist also nicht die Aufgabe einer Religion ...


Das habe ich auch nie behauptet mein Freund. Ich gehe von den Folgen des Gedanken aus und diese schüren quasi die Verbreitung. Es ist unsere Aufgabe Krankheiten zu heilen und gut zueinander zu sein. Nur wenn die Folge der Religion das behindert, sehe ich die Religion als schlecht an, da sie wieder missbraucht wird.
Die Menschen kann man nur schwerlich verbessern, das Werkzeug jedoch bestimmt.

Ich weiss, dass der ursprüngliche Gedanke Liebe, Freiheit, Frieden und Welterklärung beinhaltet. Ich sehe aber auch eine unbewusste geistige Abhängigkeit, Manipulation und einseitiger Tatsachenbeleuchtung von unheimlich vielen Menschen.
Dadurch wird Religion wieder gefährlich, da sie öffentlich unantastbar bleibt und dem Menschen einen perfekten Schild liefert. (Kritik an Verwendung nicht an Grundgedanken!)


Was die Religion fernab der Organisation für jeden selbst bedeutet mag er gerne entscheiden. Aber was die Religion de facto anrichtet, dadurch dass sie fehl interpretiert wird, das ist das entscheidende in meiner momentan einseitigen Beleuchtung.
Was die Religionen alles an guten Dingen vollbracht haben ist unbestreitbar.
Das reicht von Medizin und Bildung im Mittelalter, bis hin zur Obdachenlosenspeisung bei uns am HBF.
Nur ich sehe einfach keine Notwendigkeit für eine Religion hierfür. Der moralische Motor Religion sollte überflüssig sein. Es gibt eindeutigere Motoren die nicht so einfach falsch verstanden und missbraucht werden können.
Religion sollte Hobby und nicht Weltmacht sein.
Das ist meine Kernaussage. Und ich denke mal, dass du da mit drin überein stimmst, da du dich von der weltlichen Organisation des Christentums distanzierst.
Und dazu auch noch die Extremisten als "störend" empfindest

Als Fazit kann ich sagen:
Der Missbrauch der Religion ist scheisse. Jedoch kann eine Religion, sprich der Gedanke nicht ohne die Realität in unserer Welt existieren. Darum ist der Mensch als Medium des Gedanken Notwendig und ist untrennbar mit der Religion verbunden, wenn er sich ihr bedient. Dadurch kommt es Zwangsläufig zu Missinterpretationen und Missbrauch.
Allerdings auch vieles Gutes auf der Welt.
Jedes Ding hat seine 2 Seiten.
Nur für mich persönlich ist die Religion in ihrer Gesamheit nichts.

Randfrage:
Meinst du mit heiliger Schrift die Bibel wortwörtlich? Oder die Gebote?
Wenn du Testamente meinst, da waren politische Bewegungen.
Die Juden ziehe aus Ägypten: wenn ein Volk abhaut ist das ein politischer Faktor.
Jesus Tempelrede: Damals noch alles Gottesland und von daher ist das ein politischer Angriff.
David: Der König wurde, da er den "Riesen" Goliath erschlug.
etc.

Die Bibel wortwörtlich ist eine Sammlung von Geschichten die teilweise so in etwa stattfanden.Von daher ist die Bibel eine ganze Geschichtssammlung von politischen Ereignissen, Auslösern und Ähnlichem. Und die Bibelfiguren haben da ihren Anteil dran.
Die Gebote an sich sind schon Mitbestimmungen in der Politik. Schon allein in der Formulierung des Imperativ "Du sollst....".
Was man schlussendlich befolgt ist einem selbst überlassen, denn so gesehen kann dir das Konzept der Religion nichts direkt befehlen.
Es sind eben nur moralische Richtwerte und somit mehr oder weniger wurscht.
Man muss halt nur mit den Folgen leben können.

Der Richtwert der Ethik in den Testamenten selbst ist allein durch seine Existenz und dem hohen Anklang politisch passiv-aktiv. Und zwar durch die Menschen die das Konzept anwenden.

(Nu isses schon recht spät und ich wette ich hab teilweise echt schrott geschrieben aber das ist mir jetzt wurscht.)
Séncja
Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Die moderne Interpretation von dem Begriff Sekte ist mir schon bekannt, nur beziehe ich mich auf die "alte" Bezeichnung.

Da kam in meinem vorherigen Posting dementsprechend schon gleich die Korrektur:
Beim Sprachgebrauch sollte man schon mit der Zeit gehen.
Da kannst du gerne nach dem "alten Sprachgebrauch" gehen, doch heutzutage wendet man meine vorgetragene Definition nun mal an. Und ich bin nicht der Einzige, der dich da korrigieren wird.
Ich gehe ja auch nicht zu meinem Chef und nenne ihn "kleiner, perverser Sexgnom", nur weil ich einen Freund damit aufziehe und es zu meinem Sprachgebrauch gehört. Es geht nicht danach, was du denkst, was richtig ist, sondern nur darum, wie es bei deinem Gegenüber ankommt. Aber das nur am Rande ...


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Wenn wir mit der Zeit gehen wollen, nutzen wir doch einfach auch das Wort Religion, wie im allgmeinen Sprachgebrauch auch, als Beispiel für Institutionen von Glaubensgemeinschaften und der altmodische Begriff der Religion wird zum utopischen Gedanken.

Auch nach dem heutigen Sprachgebrauch trennt man Religion von der Kirche. Bitte ziehe dir nichts aus den Fingern, nur weil es gerade passen könnte. Das meine ich nicht böse, aber Religion mit der Kirche gleichzusetzen ist genauso, als wenn du Anarchie und Kommunismus in einen Pott wirfst.
Eine Religion ist eine These, ein Pool für Lebensmut und Hoffnung, etwas, was Antworten auf Fragen liefert, die dir sonst kein Mensch so distanziert und objektiv geben kann. Die Kirche hingegen ist eine Glaubensgemeindschaft, die sich verschworen hat, eine bestimmte Religion als Maxime ihres Handelns, als Lebensweise und Erklärung für Existenz und Gleichgültigkeit, zu ernennen. Das sind 2 von Grund auf unterschiedliche Dinge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben!


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Religion(altmodisch) und Kirche habe ich sehr wohl "voneinander getrennt".

Eben nicht! Man schaue nur wieder den Beginn deines Postings hier an, wo du erneut Religion und Kirche zusammenschmeisst und es - nach deinem Sprachgebrauch - als Gleiches ansiehst.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Nur wenn wir jetzt anfangen Institutionen und Ideen voneinander abzukoppeln und als nicht zusammen gehörend deklarieren, haben wir bald ein sehr großes Problem, da das eine die Idee und das andere die praktische Folge davon ist.


Ich habe mehrere philosophische Schriften verfasst, die sowohl der Ethik angehören, wie auch dem Existentialismus und der Theologie. Ist daraus eine Kirche entstanden? *g*
Nur, weil jemand eine Idee hat, diese niederschreibt und der Gedanke verbreitet wird, heißt es nicht, dass zwangsläufig eine Institution, wie die Kirche, aus dem Boden empor gehoben wird.
Religionen wurden früher missbraucht von Menschen, die etwa
a) ihre Machtstellung sichern oder
b) eine Machtstellung ergattern
wollten!
Wenn du dieses Handeln als zwangsläufige Folge einer Idee ansiehst, dann ist das eine sehr düstere Meinung, die du von dem Werk des Menschen hast.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Die Religion ist also eine Theorie. Und jede Theorie ohne reale Anwendung ist realitätsfremd und unnütz.


Das heißt, jegliche Form der Ethik ist (Achtung! Vulgär!) für'n Arsch und wir Menschen sollten zurück in die Steinzeit gehen, um uns wieder die Köpfe einzuschlagen?
Entschuldige, wenn du dich aufgrund von diesem Posting angegriffen fühlen wirst, denn es ist nicht meine Absicht, dich aufzuziehen, bloßzustellen oder gar zu beleidigen, aber das, was du schreibst, hat weder Hand und Fuß. Bitte untermale deine Thesen!


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Und da jede Gruppierung quasi eine neue "Kirche" entstehen lässt, kommen wir von der Religionsgemeinschaft oder Kirche irgendwie nicht weg.
Das ist wie ungeschützter Sex und dann wenn ein Kind dabei rauskommt sagen:
"Das wollt ich aber nicht, dass gehört nicht zu mir." Oder das Verleugnen der Eltern, weil sie einem nicht in den Kram passen.

Du hast es noch nicht begriffen: Religion ist keine Handlung! Religion setzt keine Handlung voraus und Religion ist auch nicht bedingt! Geschlechtsverkehr hingegen ist eine Handlung, die bedingt ist aufgrund unserer Triebe, weswegen dein Beispiel nicht stimmig ist. Du könntest wenn, dann das Einreden von Krankheiten als Beispiel bringen, weil sich da der Gedanke in der Psyche des Menschen so festbeisst, dass er wirklich eine negative Folge hat. Hier ist aber wieder das Problem: Auch das wäre eine Handlung!


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Und wenn man merkt, dass nurnoch scheisse kommt und kein Ende in Sicht, dann kann man Glauben und Hoffnung verlieren.
Nicht jeder ist so tief gläubig wie Hiob.

Die Geschichte um Hiob war keine Geschichte, in der es um Glauben und Gehorsam ging. In der Geschichte um Hiob ging es darum, dass man nicht blind den Befehlen einer höheren Gewalt glaubt und folgt, wenn diese entgegen der eigenen Überzeugung sind.
Übrigens war dein erster Satz das, worauf ich mit der Religion schon die ganze Zeit hinaus wollte. Der Mensch braucht keine Religion, solange er keine Probleme hat, die er selber bewältigen kann. Solange der Mensch selber eine Lösung sieht. Doch kein Mensch hat auf alles eine Antwort. Hier dient die Religion: Sie gibt Antworten und gibt neuen Mut! Die Religion ist die transzendentale Instanz, die den letzten Halt gibt, während man am Abgrund hängt und droht, in die Tiefe zu stürzen. Verliert man auch dann noch seinen Glauben und seine Hoffnung, tjoa, dann hat die Religion bei diesem Menschen versagt. Das bedeutet aber nicht, dass die Religion dadurch gleich etwas Negatives ist.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Gott hilft jenen, die sich selber helfen.
Hoffnung macht meinen Kohl auch nicht fett.

Du kannst dein Zitat auch schön umschreiben, damit es so klingt, wie es im Film "Matrix" vorgekommen ist: "Ich kann dir nur den Weg zeigen, Neo. Beschreiten musst du ihn schon selber!" - Religion gibt Antworten, aber löst deine Probleme sicher nicht von alleine. Ansonsten wäre das Leben ja auch keine Herausforderung mehr.

Zu dem zweiten Satz kann ich nur eines sagen:



Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Nur finde ich es persönlich traurig, wenn einen nurnoch die Hoffnung auf besseres am Leben erhält. Und das meinte ich mit eine Krücke kann und sollte genutzt werden, wenn sie gebraucht wird.

Jetzt hast du dir doch selber widersprochen. Erst sagst du, dass du es traurig findest, wenn ein Mensch seinen Lebensmut aus Hoffnung schöpft und dann erklärst du, dass es legitim ist, zu hoffen, wenn man es nötig hat. Was sollten deiner Meinung nach hungernde Menschen der dritten Welt machen? Was sollten die Menschen in Afghanistan oder im Irak machen, deren Familienmitgliedern die Glieder abgesprengt worden sind, deren Frauen vergewaltigt wurden von Soldaten und die nichts dagegen machen können? Suizid, damit sie nicht bis zu ihrem Lebensende auf Gerechtigkeit und Besserung hoffen müssen?
Den Gedankengang kann ich nicht nachvollziehen.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Wenn wir die Religion als Wurzel haben, kann man ihr sehr wohl die Schuld in die Schuhe schieben.

Achso?
2 Beispiele, die auf extreme Art und Weise beweisen, dass dieser Satz nicht zutreffend ist.
Beispiel 1: Ich besaufe mich, schnappe mir im Suff eine Schrothflinte und laufe Amok! Die Wurzel des Übels ist das Geld, weil die Regierung nicht den Alkohol verbietet, um durch Steuern mehr Geld in der Haushaltskasse zu haben. Ich bin unschuldig! Die Wurzel war es!
Beispiel 2: Nietzsche hat in einen seiner Schriften was vom "Übermenschen" geschrieben. Dieser Text wurde verfälscht an die Nazis verkauft, so dass diese Ideologie dazu führte, den Holocaust und die Unterwerfung von "Untermenschen" zu legitimieren. Die Nazis befolgten nur einen Gedanken. Die Nazis sind unschuldig. Nietzsche ist schuld! Die Wurzel war es!

Ein bloßer Gedanke verletzt niemanden. Erst durch eine Handlung kann daraus Kummer und Leid entstehen. Und die "Wurzel des Übels" ist hier bestimmt nicht die Entstehung einer Religion, sondern viel mehr der Missbrauch, der von Seiten des Menschens stattfindet.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
2. Ist ja dufte. Habe ich mit auch nur einem Wort die Türkei angesprochen? Da hättest du auch gleich Deutschland als Beispiel einer unchristlichen Regierung nehmen können.

Ich bin auf die Türkei gekommen, weil in Deutschland sehr oft über die alten religiösen Werte des Islams gesprochen wird und hierbei die Türkei bzw. die Türken, die hier auf extreme Art ihre Religion repräsentieren wollen, immer als negatives Beispiel herhalten müssen. Dass es in Wirklichkeit aber ganz anders ist, wollte ich mit dem Beispiel der türkischen Regierung verdeutlichen.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Das eine als Realität und das andere als "Hobby". Somit bleibt mein Entschluss das Religion und Staat geteilt werden sollte selbst dann noch bestehen, wenn es keinen "Gottesstaat" oder ähnliches auf der Welt mehr gibt.

Menschenrechte sind Hobbys? Ahja ...


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Und ja Séncja, mir ist sehr wohl klar, was der Pfarrer und die Gemeinde für die Gesellschaft und den Einzelnen tut.
[...]
Aber ich sehe keine Notwendigkeit einer Religion hierfür. Es wäre alles auch ohne Götterglaube und die Missinterpretation von uralten Texten erfüllbar.

Leider nicht, denn sonst würden die nur schwer Unterstützung von staatlicher Seite beziehen können. Viele Gemeinden müssen deswegen schliessen, weil sie einfach pleite sind. Um zu helfen, benötigt man die Mittel und an die kommt man über die Kirchen.
Hat aber wenig mit Religion an sich zu tun. Mir ging es bei der Erwähnung nur darum, dass du mit deinem Postings - zumindest habe ich so den Eindruck - jelgiche Instanz als verdorben, machtgeil und zerstörungswütig ansiehst, die mit Religion etwas zu tun hat.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Denn was hilft es uns? Das ist wie darüber zu streiten ob ein imaginärer Kugelschreiber Rot oder Blau ist, darum befasse ich mich lieber mit der Wirkung der Theorie in der Praxis.

Kurz und gut: Du weißt es nicht, bildest dir nur aufgrund des Produkts ein Urteil und sagst dann, ob es gut oder schlecht ist. Du siehst Kreuzzüge, die spanische Inquisition und viele Tote, bedingt durch kirchliche Kriege. Und weil sich Kirchen auf Religionen beziehen, sind alle Religionen schlecht. Und alles, was damit zu tun hat ebenfalls!
Das ist genau DAS, was du immer wieder betonst. Doch das ist nicht dein Ernst, oder?


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Denn was nützt sie uns, wenn sie ein utopisches Traumbild und das einzig unanfechtbar Gute nur eine Idee bleibt und nicht übernommene Wirklichkeit sondern missbraucht wird? Es ist sinnlos.

Kann die Idee etwas, für den Missbrauch?
Wenn die Idee nicht zum Missbrauch aufgerufen hat, dann wohl nicht. Und mit einem utopischen Traumbild hat Religion nichts zu tun. Aber das habe ich schon zu genüge erläutert.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Darum kritisiere ich den öffentlichen Missbrauch der Religion.

Danke! Den kritisiere ich auch!
Und danke, dass du dir hiermit vollends widersprochen hast *g*


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Man gibt es einem Menschen und er kocht essen damit oder er zündet das Haus des Nachbarn damit an.

Achso? Also ist nicht der Mensch schuld, sondern das Feuer?


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Der Mensch als Verknüpfungspunkt von Realität und Gedanke ist der schwierige Punkt.

Doch nicht? Dann ist die Wurzel doch nicht das Übel, oder?


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Nur wenn die Folge der Religion das behindert, sehe ich die Religion als schlecht an, da sie wieder missbraucht wird.

Also, nochmal zum mitschreiben: Ich backe einen Kuchen mit 1A Zutaten. Dieser Kuchen schmeckt hinterher nicht. Also sind die Zutaten schlecht gewesen?


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Nur ich sehe einfach keine Notwendigkeit für eine Religion hierfür. Der moralische Motor Religion sollte überflüssig sein. Es gibt eindeutigere Motoren die nicht so einfach falsch verstanden und missbraucht werden können.

Man kann alles missbrauchen! Menschen missbrauchen alles! Menschen benutzen sogar Staubsauger, um sich zu befriedigen. Also bitte, was kann man nicht missbrauchen? Die Religion selber muss nur am Deutlichsten dran glauben, weil sie die meisten Anhänger hat.


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Religion sollte Hobby und nicht Weltmacht sein.
Das ist meine Kernaussage. Und ich denke mal, dass du da mit drin überein stimmst, da du dich von der weltlichen Organisation des Christentums distanzierst.
Und dazu auch noch die Extremisten als "störend" empfindest

Ich stimme damit nicht überein, weil uns die Religion z.B. die Menschenrechte gebracht hat. Und Menschenrechte sind keine Hobbys, sondern ein muss für jeden Menschen auf diesen Planeten! - Religion ist ein wichtiger Bestandteil der Ethik. Würdest du die Ethik als Hobby ansehen, so wärst du schon längst in der Klappse, weil du für deine Umwelt gefährlich wärst.
Was besser klingen würde, ist: Religion sollte dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Religion! - denn so funktioniert es! Nichts mit Hobby. Total falscher Ansatz ...


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Nur für mich persönlich ist die Religion in ihrer Gesamheit nichts.

Keine Ethik, keine Menschenrechte ... ahja ...


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
Die Bibel wortwörtlich ist eine Sammlung von Geschichten die teilweise so in etwa stattfanden.

Wer die Bibel wortwörtlich nimmt und sich als Atheist/Agnostiker outet, der hat irgendwas nicht verstanden *g*


Zitat:
Original von Inquisition Symphony
(Nu isses schon recht spät und ich wette ich hab teilweise echt schrott geschrieben aber das ist mir jetzt wurscht.)

Deswegen bin ich auch nicht auf alles eingegangen. Nur soviel:
Als ich in deinem Alter war, war ich ebenfalls überzeugter Agnostiker und habe ähnlich argumentiert. Okay, mit etwas mehr Fundament, aber die Aussage war die Gleiche: Religion ist böse, denn sie brachte die Kirche hervor und die Kirche hat nur Leid und Kummer über die Menschen gebracht! - doch das ist falsch. Mit jeder Silbe!
Religion ist von der Kirche strikt zu trennen. Was die Kirche macht, hat mit der Religion nicht wirklich was zu tun. Das ist einfach so! Wenn du also die Religion an sich kritisieren willst, dann kannst du das nicht machen, indem du ihr die Sinnhaftigkeit absprichst. Und wenn doch, dann ausreichend begründen. Ein "Ich sehe keinen Sinn dahinter, weil es missbraucht wird!" ist keine Begründung. Man kann alles zu seinem Untertan machen. Siehe das Beispiel mit Nietzsches Schriften und den Nazis. Allein deswegen war Nietzsche aber nicht schlecht.

Ich betone auch nochmal, dass ich dich nicht angreifen oder beleidigen will, aber du hast hier manche Sachen rausgehauen, die man nicht unkommentiert stehen lassen konnte. Besonders Dinge, bei denen du dir mehrfach widersprochen hast ... und darauf jedesmal einzugehen, obwohl es schon 2 mal in diesem Thread steht, ist etwas mühselig.