Frankreich plant erhöhte Steuer für ungesunde Lebensmittel

merla
Zitat:
Die französische Regierung erwägt, eine Lebensmittelsteuer auf Nahrungsprodukte zu erheben, die zu fettig sind oder zu viel Zucker enthalten. Nach einem Bericht des Finanz- und Gesundheitsministerium sei eine derartige Steuer gerechtfertigt, um die beunruhigende Ausbreitung der Fettleibigkeit und der damit einhergehenden Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes einzudämmen.

Die hinter dem Vorschlag stehende Idee ist, mit bereits zur Verfügung stehenden Besteuerungsmitteln den Konsum von ungesunden Produkten einzuschränken. Möglich seien drei Wege: die Einführung einer neuen Steuer für zuckerhaltige Getränke, die Erhöhung der Mehrwertsteuer von jetzt 5,5 Prozent für Lebensmittel auf den normalen Satz von 19,6 Prozent für Lebensmittel, die zu viel Fett, Zucker oder Salz enthalten und nicht der notwendigen Ernährung dienen, oder die Erhöhung der Mehrhertsteuer für alle Fertiggerichte. Aus Gründen der Kohärenz müsse man allerdings dann auch eine erhöhte Steuer für alkoholische Getränke in Betracht ziehen.

Zweifel bestehen allerdings, ob die Erhöhung der Preise aus Gesundheitsgründen tatsächlich politisch geschickt in Zeiten ist, in denen die Wirtschaft zurückgeht und die Preise für Grundnahrungsmittel sowieso ansteigen. Schließlich würde die Besteuerung, so heiß es in dem Bericht, vorwiegend die unteren sozialen Schichten treffen, die sich am schlechtetsen ernähren.

Quelle

ich lass das jetzt mal kommentarlos im Raum stehen ...
Seschat
Wenn ich mich recht entsinne hat Kalifornien sowas in der Art auch schon ins Rollen gebracht.
Klar, mal eben Steuern auf etwas erheben oder Preise anheben ist der einfachste und schnellste Weg um "Probleme" anzugehen.
Gelöst werden sie davon meist zwar nicht, aber da es die Staatskassen füllt, hat die ganze Politik natürlich nichts gegen. Steuern rauf! Alles teurer! Dann werden die Leute kaufen wie die bekloppten *harhar*
Nike
Naja, es geht ja nicht darum, die Staatskassen zu füllen, sondern das Essverhalten der Menschen zu steuern. Das mit der gefüllten Staatskasse ist eigentlich eher nur ein Nebeneffekt. Jährlich entstehen dem Staat und dem Gesundheitssystem erhebliche Kosten, die auf falsche Ernährung zurückzuführen sind, z.B. der Einsatz von Knieprothesen für vom Übergewicht geschädigte Gelenke oder Behandlung von Bluthochdruck. Und wenn die Menschen unbelehrbar sind und zu "doof", sich vernünftig zu ernähren, muss die Erziehung eben über den Geldbeutel erfolgen ...
Seschat
Zitat:
Original von Nike
Und wenn die Menschen unbelehrbar sind und zu "doof", sich vernünftig zu ernähren, muss die Erziehung eben über den Geldbeutel erfolgen ...


Naja, nicht unbedingt zu doof, aber oft bleibt ihnen keine andere Wahl.
In den USA z.B. bekommt der Bürger bei McDreck für 1-2 Dollar ein komplettes Menü mit Cheeseburger, Fritten und Cola. Dagegen bezahlen sie für gesundes Essen das drei bis vierfache.
Viele können sich bei den steigenden Lebensmittelkosten einfach nichts vernünftiges mehr leisten. Zudem lässt der Zeitdruck unter dem viele stehen auch keine Möglichkeiten mehr, dass sich Abends noch jemand mit genug Nerven in die Küche stellt und ein Essen komplett selbst kocht, ohne Fertigfraß-Zusätze.

Wenn ich eine Pizza komplett selbst zubereite, vom Teig bis zum Belag, dann bezahl ich insgesamt dreimal so viel, als wenn ich einfach nur eine TK-Pizza kauf. Wer keine Kohle hat, greift dann natürlich zur günstigesten Alternative.
Und ich finde, dass erheben von Steuern auf ungesunde Lebensmittel ist total hirnverbrannt! Am Ende trifft es eh die, die sich sowieso kaum was zu Fressen leisten können. Die sollten eher mal das Gesamtkonzept überdenken und gesunde Lebensmittel für alle erschwinglich machen.
mondfeuer
Stimme Seschat voll und ganz zu. Man sollte sich eher darüber Gedanken machen, wie man gesunde Lebensmittel für jeden bezahlbar machen und wie man das Verständnis der Leute in Bezug auf gesunde Lebensmittel fördern könnte.
Diese Regelung trifft wie fast immer die ärmeren Schichten, die eh schon nicht besonders gut dran sind.

Die Frage ist auch, wer bestimmt denn was "gute" und was "schlechte" Lebensmittel sind? Eigentlich ist das sehr schwierig. Wahrscheinlich werden dann wieder bei so pauschalen Grenzen etliche Lebensmittel als "schlecht" abgestempelt, die eigentlich gar nicht mal so ungesund sind. Und andersrum einige eher ungesunde Lebensmittel als " gesund" eingestuft.
Nike
Also, wenn ich ins Restaurant zur Goldenen Mühle gehe, dann wird das für mich irgendwie teuer. Außerdem wird man von so einem Maxi-Menü kaum satt. Dann sag'ich mir lieber: Ich kaufe mir auf dem Markt ein Apfel oder ein kleine Portion anderen Obstes (nach Möglichkeit saisongerecht) mit einer selbstgemachten Schnitte. Oder ich esse mal einen Salat zwischendurch. Vielmehr kratzt das auch nur ein wenig an der Oberfläche. Denn des Pudels Kern ist das Essverhalten. Die Menschen haben verlernt zu genießen. Man möchte kontinuierlich satt sein. Und das Problem "falsche Ernährung" betrifft nun wirklich nicht nur die unteren Schichten. Man sehe sich nur die Deutschen Politiker an, von denen sind eigentlich nicht sehr viele mit ihrer Figut ein Vorbild für die Bevölkerung ...