Kopfnoten

Rachsucht
Momentan hört man das Wort immer wieder. Schüler sollen auch nach Lernbereitschaft, Auffassungsvermögen u.ä. beurteilt werden. Diese kommen ebenfalls auf das Zeugnis und zeigen, wie sich der Schüler außerhalb des Unterrichtsstoffes gibt.

Was haltet ihr von dieser Art der zusätzlichen Benotung?
Seraph
Ich finde, das es seine Vorteile hat.
Wenn man dann z.B. in Lernbereitschaft eine 2 hat, kommt das auch in der späteren Ausbildungssuche sehr gut an. So kann der Betrieb sehen, wie sich die Schüler sonst so im Unterricht benommen haben und das in die Entscheidung miteinbeziehen.
Klar, die wenigsten Schüler werden von diesen Kopfnoten begeistert sein, weil sie sich dann gezwungener Maßen benhemen müssen, um keine schlechte Note zu bekommen aber ich finde das keine schlechte Idee.
Séncja
- Leistungsbereitschaft
- Zuverlässigkeit/Sorgfalt
- Selbstständigkeit
- Verantwortungsbereitschaft
- Konfliktverhalten
- Kooperationsfähigkeit


Ich halte diese Kopfnoten für total behämmert!
Selber habe ich diese Kopfnoten auch bekommen und es zeigte sich, dass die meisten Lehrer gar nicht wissen, was sie da überhaupt machen sollen. So wollte mir ein Lehrer in "Selbstständigkeit" eine 3 geben, weil ich nicht selbständig genug bin. Man muss dazu sagen: Ich bin der Älteste in der Klasse, lebe bald seit 9 Jahren in einer eigenen Wohnung und organisiere mein ganzes Leben selber. Ich komme gut durch. Und da will mir so ein Penner sagen, dass ich nicht selbstständig für mich und meine Bildung sorgen kann?


Besonders lustig fand ich meine Note in "Konfliktverhalten". Da habe ich eine 3 bekommen, weil eine Lehrerin meinte, ich würde permanent ihren Unterricht stören. Ich bin dann mal zur Lehrerin hingelaufen und fragte sie danach. Einmal konnte sie mir keinen konkreten Fall nennen, wo ich den Unterricht wirklich gestört habe und zum Anderen meinte sie, man müsse den Schüler nicht darauf aufmerksam machen, wenn er etwas verbockt. Er hat zu fragen. Das heißt, ich müsste theoretisch nach jeder Schulstunde zu den Lehrern laufen und fragen, ob mein Verhalten in Ordnung war. Das ist schon bescheuert genug, doch hinzu kam, dass wir in dem Unterricht der besagten Lehrerin gerade mal 3 Schulstunden wirklich Unterricht hatten. Der Rest war Gruppenarbeit, wo ich immer meine 1- bekommen habe.


Wie geschrieben, wissen viele Lehrer gar nicht, wie sie das bewerten sollen. In den meisten Fällen macht man die Note an einer einzigen Sache fest. So auch meine 1 in Verantwortungsbereitschaft, weil ich meine Krankmeldung, als ich mal krank war, binnen 3 Stunden per E-Mail an die Schule gesendet habe. Äh, ja. Ich mein, sowas ist selbstverständlich ... ich watschel doch nicht 3 Tage mit einer Krankmeldung durch die Gegend



Und selbst, wenn die Ausführung korrekt wäre, das heißt, man würde korrekte Noten bekommen: Wer sagt, dass ich 2 Jahre später nicht ein anderer Mensch bin, der sich in allen Bereichen gebessert hat? Die Noten stehen fest und wenn jemand in allen Bereichen eine 3 oder eine 4 hat, dann kann er das Zeugnis wegwerfen bzw. sollte es nie einen Chef vorlegen. Denn egal, wieviel 1er man sonst noch hat: Die Absage kommt sofort! - unabhängig von der Entwicklung.

Deswegen sind diese Kopfnoten in meinen Augen, wie ein Todesurteil für die schulische Laufbahn. Einmal erteilt, orientieren sich die Lehrer auch fortlaufend daran und man bekommt seinen Stempel nicht mehr los. Hier steht dann nicht mehr die Bildung oder das Bemühen im Vordergrund, sondern die Arschkriechtechnik bei den Lehrern, so dass man trotz schlechter Noten noch als Musterschüler durchgeht. einfach nur bescheuert ...
toteZitrone
Kurz gesagt: Ich halte Kopfnoten für schwachsinnig.

a) weil die Gesichtspunkte nicht ganz festliegen
und b) weil sich erwähnenswert schlechte Kopfnoten auch erwähnenswert auf die normalen Noten auswirken.

Punktum
Rachsucht
Noten sind und waren schon immer subjektiver Natur. Mündliche Noten machten 50% der Note aus. Später sogar mehr, wenn ich mich nicht irre. Diese kann man nicht an einem Maß ziehen. Einige Lehrer haben es versucht, trotzdem bleibt es dabei!
Das haben auch schon einige Tests erwiesen. Wenn Lehrer A Lehrer B steckt, dass Schüler A ein absoluter Vollhorst ist, dann bekommt Schüler A von beiden Lehrern schlechte Noten!

Diese "Kopfnoten" gibt es auch schon in der Ausbildung. Ich habe sie in jeder Abteilung bekommen, die ich durchlaufen habe. Laut meinen Informationen ist ein solches Zeugnis sogar Pflicht. Natürlich werden diese Zeugnisse Intern gewertet und entscheiden über das berufliche Weiterkommen.
Auch als nicht Azubi bekommt man solche Noten in Form eines Arbeitszeugnisses. Schriftform so kryptographisch, dass es immer nach was gutem aussieht.

Warum also nicht auch in den Schulen?
Séncja
Zum Einen kannst du gegen ein Arbeitszeugnis vorgehen. Gegen ein Schulzeugnis nicht bzw. nur sehr schwer. Versuch mal gegen ein Schulzeugnis vorzugehen. Damit gehst du auch gegen die Tatsache an, dass du versetzt worden bist, was heißt, dass du solange die höhere Stufe nicht besuchen dürftest, bis der Prozess darum beendet ist.
Wenn der Chef hingegen Schwachsinn in deine Beurteilung schreibt, kannst du das Zeugnis zurückgehen lassen. Weigert sich der Chef, das zu korrigieren, kannst du klagen und dir wird in den meisten Fällen Recht gegeben.

So kann man sich rein rechtlich seine Lorbeeren holen, die man sich verdient hat, sollte das zeugnis ungerechtfertigt ausfallen.

Zumal man im Betrieb für seine Fähigkeiten und sein Auftreten eine Bewertung bekommt. Was die Lehrer da mit den Kopfnoten anstellen, ist das Aussondieren von Charaktereigenschaften, die ihnen nicht passen. Sie stehen über den Schülern und mit den Noten können die die Schüler noch weiter unter Kontrolle halten. Natürlich stimmt das Argument teilweise, was Seraph geschrieben hat. Nämlich, dass sich die Schüler fangen und benehmen müssen, doch es artet aufgrund der vielen Noten so aus, dass hier eine starre Gesellschaft geformt wird. Die Lehrer geben in der Konferenz die Anweisung, was das Optimum für einen Schüler ist und der Schüler hat seine Individualität wegzuschmeissen und sich im Gleichschritt einzuordnen.

Kopfnoten sind und bleiben eine Schweinerei. Besonders, weil es dafür keinen gemeinsamen Nenner gibt, der von dem Kultusministerium ausgegeben wurde, sondern die Klassenlehrer jeweils für sich einen Maßstab festlegen. Und so funktioniert keine Notengebung. Wenn ich darauf schaue, dass meine Schule davon ausgeht, dass jeder Schüler von Grund auf ein "gut" in den Kopfnoten bekommen sollte, und andere Schulen von einem "sehr gut" ausgehen, dann habe ich ja von Anfang an verschissen, weil ich an der falschen Schule bin. Wo ist da bitte der Maßstab, der mich bewertet?


Noten sind oft subjektiv, aber nicht vollständig. Die Aussage, dass manche Noten mehr als 50% aus mündlicher Benotung bestehen, ist völliger Humbug! Es ist von den Kultusministerien so festgelegt (und wird meist befolgt), dass in sprachlichen Fächern die mündliche Leistung zu 50% gewertet wird. Die restlichen 50% sind schriftlich zu ermitteln, durch Klausuren und/oder Tests. In nicht-sprachlichen Fächern wird der mündliche Beitrag zu 33% gewertet, wobei die schriftliche Leistung zu 66% die Note ausmacht.
Während einer Ausbildung kommt es oft vor, dass Klausuren ausfallen in der Berufsschule. Außerdem wird, aufgrund der geringen Schulzeit während der Ausbildung, nicht soviel Wert auf das Schriftliche gelegt, weil man den Stoff schnell intus hat. Viel mehr wird darauf geachtet, dass man sich auch beteiligt. Deswegen ist in der Ausbildung (in der Regel) die Wertung 50:50.
Das habe ich übrigens von mehreren Kultusministerien so übernommen, die das mittlerweile als Anweisung ausgegeben haben. Zumindest wurde es mir so zugetragen und da ich in 4 Bundesländern bisher bei Schulen "tätig" war, kann ich das so auch bestätigen.
merla
Als ich auf dem Gym war, haben wir auch Kopfnoten bekommen. Allerdings nur zwei: einmal Arbeits-, und einmal Sozialverhalten. Jaja, Niedersachsen lebe hoch.
Das war in Ordnung.
Die Lehrer haben einen jeden tag gesehen und kannten einen. Da waren die Noten schon gerechtfertig und schlechter als eine drei hat niemand gegeben.

In meinem letzten Berufsschuljahr hier in NRW wurden dann diese sechs Kopfnoten eingeführt. In einer "normalen" Schule könnt man das vllt noch gerecht hinbekommen (wobei sechs zusätzliche Noten wirklich dämlich sind), aber die werden ja auch in den Berufsschulen verteilt.

Ich selbst hab die nicht mehr bekommen, aber fragt mal kali:
Wir hatten nur noch zwei Schulfächer, auf zwei Schultage verteilt und auf dem zeugnis für das Schuljahr gab es dann zwei Fachnoten und sechs Kopfnoten.
Die Lehrer haben einen eigentlich kaum gesehen, sind für massig Schüler zuständig und sollen das dann entscheiden können?

Ne, nicht wirklich ...

Sie können durchaus ihren Sinn und zweck haben ... an Allgemeinbildenden Schulen, wo die Lehrer die Schüler doch etwas öfter sehen ...
Und das Ganze dann nach dem Niedersachsen-Model, also mit zwei Kopfnoten ...
Kali
Jaja, die lieben Kopfnoten: so wie Merla das beschrieben hat klingt das mit den zwei Noten für Arbeits- und Sozialverhalten gar nicht so schlecht.
Sie sind nicht so detailiert wie die neu eingeführten Kopfnoten, lassen aber schon Tendenzen erkennen, das finde ich soweit ok.
Kann bei Bewerbungen schon einenVorteil haben, die Betriebe können sich außer von den schulischen Leistungen auch einen kleinen Eindruck vom "Behnemen" der Schüler machen.
Und wenn sich einige dafür auch mal etwas anstrengen müssen, schadet das meiner Meinung nach auch nix.

Sechs Noten sind aber reichlich übertrieben. An Allgmeinbildenden Schulen vielleicht noch gerechtfertigt, ist das an Berufsschulen einfach zuviel und vor allem zu detailiert..
Merla hat es ja schon erwähnt: zwei Fachnoten und der Rest Kopfnoten, da fragt man sich doch... Da könnt man genauso gut gleich auf eine "Benimmschule" gehen.
Es solte dabei schließlich hauptsächlich um fachliche Kompetenz gehen und die persönliche Beurteilung lieber den Ausbildungsbetrieben überlassen werden.

Der besondere Clou daran: eigentlich hatten die Lehrer keinen blassen Schimmer, wie sie uns beurteilen sollte, gut - dementsprechend positiv fielen die Noten dann auch aus... eher nach dem Motto lieber wohlwollend beurteilen als irgendjemand den Schnitt versauen...
trotzdem oder gerade deshalb, finde ich das blödsinnig, ich meine wo liegt dann der Sinn solcher Noten?
Also nein, an Berufsschulen sind sie definitiv überflüssig... die wenige Zeit, die man dort verbringt, ist nicht wirklich ausreichend für eine vernünftige Beurteilungsgrundlage...
Wie bitte soll denn die Verantwortungsbereitschaft von jemandem beurteilt werden, wenn derjenige gerade mal ein paar Stunden im Unterricht sitzt und sonst überhaupt keine Aktivitäten stattfinden, die einen Eindruck davon vermitteln könnten?

Zitat:
Original von Sencja
Besonders, weil es dafür keinen gemeinsamen Nenner gibt, der von dem Kultusministerium ausgegeben wurde, sondern die Klassenlehrer jeweils für sich einen Maßstab festlegen. Und so funktioniert keine Notengebung.


Und das wäre noch ein weiterer wichtiger Grund dagegen...
Wenn das Sozialverhalten usw. schon beurteilt werden muss, sollte es nicht von der Willkür
der Lehrer abhängen, sondern wenigstens nach festgelegten Kriterien funktionieren.
Chat de mort
ich find die Noten total überflüssig. Viele Schulen haben sich von Grund auf für eine Standartnote entschieden und man musste dann schon sehr aus der Masse herrausstehen um besser oder schlechter zu sein.

Wenn diese Ungerechtigkeit nicht wäre, ist es ein guter Hinweiß für Arbeitgeber zu verschiedenen Bereichen wie eben Fleiß.

Bei mir ist es so, dass wir alle erstmal ´ne 2 bekommen. Sticht man dann mit irgenwas hervor bekommt sollte man dann besser oder schlechter bekommen. Zählt leider nur für wenige mit dem besser. Ich leite seit 2 Jahren die Schülerzeitung und bin Stufensprecherin und bekomme bei Verantwortungsbereitschaft die selbe Note wie jmd., der in der Schule nur körperlich Anwesend ist. Ich find das schon sehr ungerecht. Ich hab auch in den Ferien mal ein freiwilliges Praktikum gemacht was auch bei der Schule vermerkt wurde und bekomm dafür nicht mal was besseres...
Im Grunde kann ich zwar mit allem 2 Leben, aber für um sonst anstrengen frustriert auch...

LG
AngelOfPerdition
Ich finde diese Kopfnoten überflüssig,denn die Lehrer kriegen gar nicht so viel mit,als dass sie alle Bereiche bewerten können.

Welcher Lehrer weiß schon genau,wie jeder einzelne Schüler sich verhält in diesen verschiedenen bereichen...ich meine nicht jeder Schüler hat einen eigenen Lehrer. Die Lehrer können sich gar nicht auf jeden Schüler konzentrieren. Bei uns in der Stufe ist es z.B. so,dass fast jeder Schüler einfach eine 2 in allen Bereichen bekommt. Ich hatte bisher nichts anderes als eine 2 überall.

Und wenn ich jetzt mal ehrlich bin,dann kann das in manchen Bereichen gar nicht stimmen
Im Umgang mit Mitschülern passt das ja schon sehr gut,aber Arbeitsverhalten eine 2 ?
Naja ich gehöre nicht grade zu der Sorte Schüler, der fleißig mitarbeitet und immer brav gehorcht!
Bin eigentlich eher auffällig,zumindest in Englisch und genau diese Lehrerin schlägt die Kopfnote vor
Und ich wusste noch gar nicht,dass man durch Karten spielen eine 2 bekommt *fg*

naja,also denke ich nicht,dass diese Noten genau sind...im Gegenteil!
leandra-luna
ich denke kopfnoten machen sinn, sofern die kriterien klar und die noten gerechtfertigt sind.

das was ich bei den "kopfnoten-gegnern" lese ist vor allem, daß die lehrer keinen plan haben von dem was sie da tun oder sich nicht ausreichend gedanken darüber machen. eine halbjahresnte anhand eines einzelnen ereignisses festzumachen ist grober unfug und absolut unfair gegenüber einem schüler, der sich ggf. mit einem zeugnis bewerben muss.

dennoch halte ich es, gerade für die spätere ausbildungsstelle z.b., für sinnvoll wenn so sachen wie sozialverhalten, zuverlässigkeit und verantwortungsbereitschaft bewertet werden. aus sicht des arbeitgebers ist es evt sinnvoller jemanden mit einer mathe 3 einzustellen, der dafür teamfähig und belastbar ist, als jemanden der in dem fach zwar ne glänzende 1 hat aber leider ein arschloch ist und sich nicht ins team intgrieren lässt.

im grunde steht und fällt es an der stelle also nicht nur mit dem schüler sondern auch mit dem lehrer...

wenn ich so drüber nachdenke: ich kenne familymässig einige lehrer (z.b. mein stiefvater) und weiss wie noten zum teil zustande kommen... alles klar ich bin auch gegen kopfnoten! *augenverdreh*
unterm strich ist es damit nämlich genauso wie mit dem kommunismus oder der anarchie: in der idee eine tolle sache, nur dummerweise nicht für das menschliche volk geeignet
ishozar
Kopfnoten sind totaler Mist!
Die Schüler wollen das nicht.
Die Lehrer wollen das nicht.

Zudem kommt, dass sich die meißten Schüler ganz anders als im Beruf verhalten.
leandra-luna
Zitat:

Zudem kommt, dass sich die meißten Schüler ganz anders als im Beruf verhalten.


hmm tatsächlich? warum? ich mein unterm strich ist niemand von jetzt auf gleich ein anderer mensch nru weil es von der schule in dem beruf und somit in die berufsschule geht...?!
ishozar
Naja in einer Klasse (Gemeinschaft/Kollektiv) wird sich i.d.r. ander verhalten, als wenn man irgendwo als "der Neue" hinkommt (Ausbildung).
leandra-luna
in der regel ist man aber ned lange der neue und in einer berufsschulklasse sind alle neu, erfharungsgemäss ist man dann keinen deut reifer, wenn ja da an die mädls in meiner ausbildungsklasse denke *augenverdreh*
Nike
Hatte in Sachsen auch Kopfnoten bekommen, und zwar in Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung. Auf dem Zeugnis der Mittleren Reife standen jedoch keine drauf. Ich hatte darin sowieso nur Einser und Zweier, weil man sich für schlechtere Noten sowieso erst einmal ein krummes Ding leisten musste. Deshalb habe ich es als nicht so schlimm empfunden, jedoch sehe ich darin ein großes Potential für Willkür, wenn sie lediglich von einem Lehrer getroffen werden. Falls es ein trost ist: Sie wirken sich nicht auf die Versetzung aus.

Bei uns in der Mittelschule in Sachsen war es so, dass alle Lehrer, bei welchen man Unterricht hatte, darüber abgestimmt haben. In der Berufsfachschule und auf dem Technischen Gymnasium gab es keine Kopfnoten mehr. Kopfnoten im Abi, na das wär's ja noch!
Jolanda
Zitat:
Original von AngelOfPerdition
Bei uns in der Stufe ist es z.B. so,dass fast jeder Schüler einfach eine 2 in allen Bereichen bekommt. Ich hatte bisher nichts anderes als eine 2 überall.


Meine Kinder (beide 7. Gym) haben mir erklärt, dass es eigentlich immer ein "gut" gibt, es sei denn das Kind ist EXTREMSTENS auffällig nach oben oder unten!

Ich pfeif eh auf die Noten und auf die Kopfnoten erst recht... Hauptsache sie machen ihr Ding dort und ziehen für sich das raus, was sie brauchen.
AngelOfPerdition
Naja unsere Lehrer lassen die 2 meist einfach stehen...die wird quasi als Ausgangspunkt genommen und fertig!

Unsere Lehrer haben sich selbst darüber beschwert,dass sie das schwachsinnig finden,da sie nicht genug Eindrücke sammeln können bei jedem Schüler.

Nur wenn man wirklich extremst herausragt im positiven,wie auch negativen Sinne,dann können sie vielleicht bei diesem Schüler besser benoten,aber ansonsten wird meist einfach die 2 stehengelassen.

Naja,aber ich geb Ishozar schon recht.Ich würde mich vor meinem Chef bestimmt anders benehmen als vor meinen Lehrern

Mein Job ist mir ehrlich gesagt wichtiger!
Ich mein ich bin ja nicht deshalb nun ein schlechter Schüler,aber ich glaub,ich hab einfahc mehr Respekt vor meinem Chef,da mir mein Arbeitsplatz doch schon sehr wichtig wäre,will ja immerhin nicht arbeitslos sein
Chrysalide
Zitat:
Original von AngelOfPerdition
Naja unsere Lehrer lassen die 2 meist einfach stehen...die wird quasi als Ausgangspunkt genommen und fertig!

Unsere Lehrer haben sich selbst darüber beschwert,dass sie das schwachsinnig finden,da sie nicht genug Eindrücke sammeln können bei jedem Schüler.

Nur wenn man wirklich extremst herausragt im positiven,wie auch negativen Sinne,dann können sie vielleicht bei diesem Schüler besser benoten,aber ansonsten wird meist einfach die 2 stehengelassen.


War bei uns genauso.
Ist auch eigentlich die einzig gute Lösung, zumindest an unserer Schule. Bei uns haben die Lehrer aus dem ersten Leistungskurs die Kopfnoten gegeben - die kannten die Schüler teilweise erst seit einem Jahr - mit wohlgemerkt 3 Stunden pro Woche. Dazu kommt noch, dass sie dann teilweise an die 90 Schüler zu bewerten hatten. Und die 6 Kopfnoten gliedern sich ja noch in hunderte Einzelfragen auf. Wie sollen die das machen?
Meine Mutter ist Lehrerin an einer Schule für Körperbehinderte, mit neun Schülern pro Klasse, die sie jeden Tag mehrere Stunden sieht. DA kann man die Schüler gut beurteilen, aber in einer normalen Regelschule klappt das einfach nicht, weswegen die meisten auf diese "Ausgangsnote 2" - Regelung ausgewichen sind.

Auf dem Abizeugnis hatte ürbigens jeder aus der Stufe 6 Einsen aufm Zeugnis stehen - da sieht man mal wie Aussagekräftig die Noten sind. *g*

Prinzipiell ist es eine gute Idee, aber es mangelt an der Umsetzung - wie so oft
Séncja
Zitat:
Original von Jolanda
Meine Kinder (beide 7. Gym) haben mir erklärt, dass es eigentlich immer ein "gut" gibt, es sei denn das Kind ist EXTREMSTENS auffällig nach oben oder unten!

Ich kann nur beurteilen, was ich weiß und da habe ich letztes Jahr unverschämte Kopfnoten erhalten. Steht etwas weiter vorne im Thread, was ich damit genau meine. Ganz sauber sind die Lehrer da nicht. Und man muss festhalten, dass ich Berufsschüler die bekommen haben. Ich habe das meinem Chef gezeigt und der konnte nur den Kopf schütteln.

Seit diesem Schuljahr gibt es allerdings keine Kopfnoten mehr für Teilzeitschüler. Also auch nicht mehr für Auszubildende in der Berufsschule. Das ist auch gut so.


Was das Prinzip mit der 2 angeht:
Wenn ein Lehrer davon ausgeht, dass jeder Schüler eine 2 verdient hat, dann ist das ja nett, aber wann gibt er eine 3? Oder eine 4? Wenn ein Lehrer einen Schüler auf dem Kieker hat und der Lehrer ist zufällig der Klassenlehrer des Schülers, na dann gute Nacht. Und genau darauf läuft es hinaus: Es ist nicht eine weitere Bewertung, ein weiterer Maßstab, indem ein Schüler seine Qualitäten zeigen kann, sondern eine weitere Kontrollstruktur, mit dem der Lehrer die Schüler bestrafen kann. Es ist nichts Gutes. Ein Lehrer hat seine Schüler auf den Abschluss vorzubereiten und nicht darauf, dass man ihm Äpfel bringt und in den Arsch kriecht. Doch genau das ist bei diesen Noten der Fall, denn ein Schüler kann gegen die Noten nichts machen. Er kann nicht durch geschriebene Klausuren die Note widerlegen oder gar bestreiten, sondern muss die so nehmen, wie sie ist. Und das geht mal gar nicht!